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Füchse-Gegner HSV : Altmeister auf Abschiedstour

05.12.2012 11:42 Uhrvon
Martin Schwalb muss sein Meisterteam umbauen.Bild vergrößern
Martin Schwalb muss sein Meisterteam umbauen. - Foto: dpa

Die Handballer des Hamburger SV müssen nach dem Rückzug ihres Mäzens sparen und bauen ihr Team um – am Mittwochabend spielen sie bei den Füchsen.

Einfach mal in Ruhe arbeiten, ganz sorgenfrei und ohne Schlagzeilen, das würde Martin Schwalb im Moment gern. Vor ein paar Wochen hat der Trainer des Handball-Bundesligisten HSV Hamburg eine Debatte losgetreten, als er seinen Nationalspielern einen WM-Verzicht nahelegte, Stichwort: Überbelastung. Schwalb, selbst 193-facher Nationalspieler, erntete teils heftige Kritik für diesen Vorschlag. In der vergangenen Woche sickerte nun durch, dass sein Klub für die kommende Saison bis zu zwei Millionen Euro an Spielergehältern kürzen muss. Der frühere Präsident und langjährige Klubmäzen Andreas Rudolph ist offenbar nicht mehr bereit, die Lücken im Etat auszugleichen.

Ein personeller Umbruch steht an. „Und im Training sieht es so aus, dass ich täglich in die Runde schaue, ob ich alle Spieler beisammen habe“, sagt Schwalb vor der heutigen Partie des HSV bei den Füchsen Berlin, dem Topspiel des 15. Spieltags (19 Uhr, Max-Schmeling-Halle / live bei Sport1).

Die Verletztenliste ist lang beim HSV, das eint die Hamburger mit den Berlinern, die auf bis zu fünf Spieler verzichten müssen. Trainer Dagur Sigurdsson ließ vorsorglich ein paar A-Junioren bei den Profis mittrainieren. Die Neuauflage des Champions-League-Achtelfinals der Vorsaison, in dem sich die Füchse durchgesetzt hatten – sie droht zum Treffen der Angeschlagenen zu verkommen.

Schwalb betont zwar, „dass wir uns nicht mehr mit der Europapokal-Niederlage beschäftigen“, Brisanz bietet das Match jedoch schon deshalb, weil eine Niederlage den HSV im Kampf um die Champions-League-Plätze zurückwerfen würde. Und Champions League wollen sie schon spielen bei dem Klub, dem es in den vergangenen sieben Jahren als einzigem gelang, Dauermeister Kiel den Ligatitel streitig zu machen. Gemeinsam mit den Rhein-Neckar Löwen zählte der HSV zu den wenigen Klubs, die auch in Sachen Wirtschaftlichkeit mit den übermächtigen Kielern konkurrieren konnten.

2011 war das. Gemessen an der Spielstärke aus dem Meisterjahr wirken die Hamburger heute wie ein Schatten ihrer selbst. Viele Leistungsträger sind in die Jahre gekommen, Kritiker halten der Vereinsführung vor, Verjüngungsmaßnahmen im Team verpasst zu haben. Martin Schwalb will diese Diskussion allerdings nicht führen. „Im vergangenen Jahr sind wir mit dem nahezu gleichen Kader Meister geworden“, sagt der Trainer und zitiert eine Rehhagelsche Weisheit: „Es ist nicht die Frage nach alten oder jungen Spielern, sondern nach guten und weniger guten – und danach, ob sie zur Verfügung stehen.“

Mit Blick auf die nächste Saison gilt jedenfalls als gesichert, dass den Hamburgern einige Akteure nicht mehr zur Verfügung stehen werden: Marcin Lijewski, Torsten Jansen, Michael Kraus, Igor Vori und Dan Beutler heißen die Streichkandidaten, fast ausnahmslos Stützen der Meistermannschaft und damit Großverdiener im Team. Im Gegenzug kommt unter anderem Nationalspieler Adrian Pfahl aus Gummersbach. „Ich bin überzeugt, dass wir auch in den kommenden Jahren eine gute Rolle in der Bundesliga spielen werden“, sagt Martin Schwalb. Zunächst geht das Meisterteam von 2011 aber erst einmal auf Abschiedstour.

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