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Handball-Champions-League : Füchse Berlin schlagen Zagreb

15.11.2012 23:15 Uhrvon
Du kommst da nicht ran. Ivan Nincevic verlädt Zagrebs Torhüter Filip Ivic. Gegen seinen alten Klub traf der kroatische Linksaußen der Füchse Berlin vier Mal.Bild vergrößern
Du kommst da nicht ran. Ivan Nincevic verlädt Zagrebs Torhüter Filip Ivic. Gegen seinen alten Klub traf der kroatische Linksaußen der Füchse Berlin vier Mal. - Foto: Photowende

Die Füchse Berlin besiegen Croatia Zagreb mit 29:27 vor allem Dank einer überragenden Leistung des Spaniers Iker Romero. Das Achtelfinale der Champions League rückt näher.

Zumindest der Mann an der Musikanlage hatte leichtes Spiel. Man muss dazu wissen, dass die turnusmäßige Beschallung der Zuschauer bei einem Heimspiel der Füchse Berlin maßgeblich vom jeweiligen Torschützen des Heimteams abhängt. Wenn beispielsweise Colja Löffler trifft, also der einzige echte Berliner im Kader, dröhnt „Dickes B“ von Seeed aus den Boxen, nach Toren vom wurfgewaltigen Sven-Sören Christophersen läuft „TNT“. Gestern Abend bekamen die 5385 Zuschauer in der Max-Schmeling-Halle allerdings ein anderes Lied in der Endlosschleife zu hören, nämlich eine volksfesttaugliche Version von „Eviva Espana“ – die personifizierte Torhymne für Iker Romero.

33 Minuten hatte er mal wieder auf der Wechselbank geschmort, ehe ihn Trainer Dagur Sigurdsson im Vorrundenspiel der Handball-Champions-League gegen Croatia Zagreb aufs Feld schickte. Wiederum 27 Minuten später hatte der spanische Superstar die Partie der Berliner gegen den kroatischen Serienmeister mit acht Treffern beinahe im Alleingang entschieden. Am Ende eines ausgeglichenen Spiels auf sehr ordentlichem Niveau setzten sich die Füchse mit 29:27 (12:13) durch. „Es war ein echter Kampf“, sagte Sigurdsson. Sein Team hat nun als Tabellenzweiter der Vorrundengruppe D glänzende Aussichten auf das Erreichen des Achtelfinals. Für Croatia Zagreb, immerhin Viertelfinalist des Vorjahres und dort am späteren Sieger aus Kiel gescheitert, wird diese Mission indes schwieriger. Vielleicht gab sich Zagrebs Coach Slavko Goluza nach dem Abpfiff auch deshalb ungewohnt maulfaul. Einen „verdienten Sieg der Berliner“ habe er gesehen, konstatierte die kroatische Handball-Legende. Punkt. Aus.

Dabei hatten die Gäste abgesehen von der Anfangsphase eine solide Leistung gezeigt. In dieser waren die Berliner mit einem simplen Dreisatz aus dem Handball–Lehrbuch enteilt: aggressive Deckung führt zu einfachen Gegenstoßtoren, die wiederum den Kräfteverschleiß minimieren. 5:1 (9.) führten die Füchse dank der Treffer von Ivan Nincevic, Konstantin Igropulo und Sven-Sören Christophersen, wenig später hieß es 11:6. Wie so oft in dieser Saison brachten die Berliner jedoch das Kunststück fertig, einem vermeintlich kontrollierten Spiel wieder Spannung einzuhauchen. Zagreb markierte ab der 21. Minute sieben Treffer in Folge, so dass die Berliner mit einem knappen Rückstand in die Kabine (12:13) gingen. Sigurdsson wollte sich diese Schwächephase allerdings nicht madig reden lassen. „Beim Handball macht man den Sack nicht in der ersten Halbzeit zu“, sagte der Isländer. „Wenn der Gegner einen Lauf hat, dann muss man das auch mal so akzeptieren.“

Immerhin sorgte der Zwischenspurt des Kroatischen Meisters wieder für Spannung unter den Zuschauern, denen im zweiten Durchgang ein hochklassiges Match mit zahlreichen Führungswechseln serviert wurde. In bester Europapokaltradition übernahm Romero in der spielentscheidenden Phase. Auch wenn der Spanier bisweilen mit der Dynamik einer Waschmaschine agierte, verhalf seine Erfahrung, sein Auge und sein Verantwortungsbewusstsein den Füchsen zu einem wichtigen Sieg. Nach sieben Toren in 25 Minuten war im Grunde jedem klar, wer den Ball beim finalen Angriff bekommen würde. Natürlich Romero. Trotzdem konnte Zagreb seinen letzten Wurf einfach nicht verteidigen. Romero zog in der Schlussminute aus geradezu grotesker Position ab und feuerte das Leder vorbei an der Hüfte seines Gegenspielers zum 29:27-Endstand in den Winkel, ehe er tanzend und hüpfend vom Parkett ging.

Die spanische Endlosschleife – sie hatte an diesem Abend tatsächlich noch ein Ende gefunden.

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