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Nach dem Sieg in Magdeburg : Hanning ist fast aus dem Häuschen

29.11.2012 00:00 Uhrvon
Zum Haare raufen: Füchse-Manager Bob Hanning. Foto: dpaBild vergrößern
Zum Haare raufen: Füchse-Manager Bob Hanning. - Foto: dpa

Füchse-Manager Bob Hanning ist beeindruckt nach dem Sieg gegen Magdeburg, vor allem von der Art und Weise, "wie wir das geschafft haben".

Für gewöhnlich ist Bob Hanning kein Freund des Superlativs. Der Manager der Füchse Berlin macht eigentlich viel lieber auf Understatement. Unter diesem Aspekt waren die Worte, die Hanning nach dem Sieg seines Klubs beim SC Magdeburg (33:31) am Dienstagabend wählte, umso interessanter. Nach „einem der hitzigsten Spiele“ in einer an hitzigen Spielen ohnehin reichen Saison kulminierte die offensichtliche Erleichterung des Managers in folgendem Satz: „Es war elementar wichtig, dass die Mannschaft zurückgekommen ist.

“ In der Magdeburger Bördelandhalle, einer der lautesten und stimmungsvollsten der Handball-Republik, hatten die Berliner mit einer geschlossenen Leistung die dritte Bundesliga-Niederlage in Folge verhindert und zumindest bis Freitag Tabellenplatz drei zurückerobert, der zur direkten Champions-League-Teilnahme berechtigt. Am beeindruckendsten fand Hanning allerdings, „wie wir das geschafft haben“.

Nämlich ohne Sven-Sören Christophersen. Beim Rückraumspieler war Anfang der Woche ein Außenbandriss mit leichtem Meniskus-Schaden diagnostiziert worden, den er sich am Sonnabend im Europapokalspiel in Zagreb zugezogen hatte. Neben dem seit zweieinhalb Wochen am Außenband verletzten Markus Richwien musste Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson also kurzfristig auf einen weiteren deutschen Nationalspieler verzichten, einen Torgaranten zudem. „Wir haben diesen Ausfall sehr gut aufgefangen“, sagte Sigurdsson, „die Mannschaft ist zusammengerückt, alle hatten großen Anteil daran.“ Christophersens Abstinenz fiel über weite Strecken vor allem deshalb nicht sonderlich auf, weil zwei Neuzugänge der Berliner offensiv wie defensiv zu überzeugen wussten: Börge Lund und Konstantin Igropulo. Die Formkurve des Russen mit griechischen Wurzeln zeigt ohnehin seit einigen Wochen nach oben, in den vergangenen vier Spielen erzielte Igropulo 25 Treffer, davon allein acht in Magdeburg. Lund war dagegen eine Art Sorgenkind im Berliner Kader. Der Norweger hatte im Verlauf der Saison zwar bereits mehrfach den Nachweis erbracht, ein formidabler Abwehrspieler zu sein – im Angriff war der 33-Jährige jedoch vorrangig durch Unauffälligkeit aufgefallen. „Heute war er überragend, seine Routine hat uns geholfen“, sagte Sigurdsson. „Das ist der Lohn für Börge, der in den letzten Wochen wirklich gut trainiert hat“, ergänzte der Isländer.

Auf Seiten des SC Magdeburg überwog derweil der Frust. Seit nunmehr sieben Spielen hat der Traditionsklub aus Sachsen-Anhalt schon nicht mehr gegen die Füchse gewonnen. Nach der jüngsten Niederlage musste sich Trainer Frank Carstens kritische Fragen gefallen lassen. „Wir waren selten so dicht dran wie heute“, sagte Carstens, „in der entscheidenden Phase waren die Berliner aber einfach abgeklärter.“ Um den Frust zu verstehen, muss man wissen, dass den Duellen gegen die Füchse mittlerweile nicht nur aus Gründen rein geographischer Nähe eine gesunde Rivalität anhaftet. Ironischerweise war einer der Garanten für den Sieg der Berliner Nationalkeeper Silvio Heinevetter – ein Kind des SCM.

Sigurdsson konnte es nur Recht sein. Ob er das beste Auswärtsspiel seines Teams in dieser Saison gesehen habe, wurde der Isländer nach dem Spiel gefragt. „Ich weiß nicht“, entgegnete er mit einem Lächeln, das die Antwort vorwegnahm. „Ich habe nicht mehr alle Spiele im Kopf.“ Auch Dagur Sigurdsson mag Superlative nicht sonderlich.

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