Sport : Führungsspieler Hamann

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Frankfurt (dpa). Immerhin einer glaubt an die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Bundespräsident Johannes Rau träumt allen negativen Vorzeichen zum Trotz von einem WM-Finale mit Deutschland. „Mit allen Fußballfans in Deutschland sage ich Ihnen: Bringen Sie es möglichst weit“, sagte Johannes Rau der DFB-Auswahl am Tag des Abflugs zur Weltmeisterschaft. Nach einem Staatsbesuch in Südkorea und Japan wird das deutsche Staatsoberhaupt am 30. Juni das Endspiel der 17. WM-Endrunde in Yokohama verfolgen, um Deutschland als Gastgeber der Weltmeisterschaft 2006 zu repräsentieren.

Abgesehen vom Bundespräsidenten trauen nur die wenigsten der deutschen Mannschaft das Finale zu. Zu problematisch verlief die Vorbereitung. Doch Teamchef Rudi Völler sagt: „Wir wollen nach Korea, da beginnt die K.o.-Runde. Da wollen wir für die eine oder andere Überraschung sorgen.“ An ein Scheitern in der Vorrunde verschwendet er vor dem ersten Spiel am 1. Juni gegen Saudi-Arabien keinen Gedanken. Noch nie ist Deutschland bei einer WM in der Vorrunde ausgeschieden. Deshalb ist das „Paradise Hotel“ auf der südkoreanischen Insel Cheju als Quartier ab dem Achtelfinale gebucht. „Ganz wichtig ist, dass wir an uns glauben“, sagte Völler. Erfolge gegen zweitklassige Gegner wie Israel machen ihn optimistisch. „An diesen Siegen müssen wir uns hochziehen.“ Völler wirkte erleichtert, als er es sich am Mittwoch nach dem letzten Training auf deutschem Boden um kurz nach 14 Uhr im Flugzeug nach Miyazaki bequem machte. Hinter ihm liegen die schmerzlichen Ausfälle der Knie-Patienten Jens Nowotny, Christian Wörns und Sebastian Deisler sowie die Absage von Mehmet Scholl. Am Tag vor dem Abflug kam auch noch Jörg Heinrichs kurioser Rückzieher hinzu. Trotzdem sagt Völler: „Wir werden eine ordentliche Mannschaft drüben haben.“

Michael Ballack fehlte bei der letzten Übungsstunde in Deutschland, doch in Fernost ist der Leverkusener voll dabei. Vor dem Abflug legte Völler noch die Hierachien im Team fest: Kapitän Oliver Kahn, Michael Ballack und Dietmar Hamann bilden das Führungstrio. Dabei war höchstens die Wahl Hamanns eine Neuigkeit. Völler erklärte: „Didi gilt als ruhiger Zeitgenosse, ist aber in Liverpool aus der Mannschaft gar nicht mehr wegzudenken und auch in der Nationalmannschaft zu einer wichtigen Figur geworden.“

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