Sport : Fünf Medaillen für deutsche Rodler

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Park City Sylke Otto fiel Andre Florschütz und Torsten Wustlich in die Arme. Eine ganze Weile standen sie im Zielbereich und jubelten vereint, jeder für sich ein Weltmeister. Der erste Tag der Rennrodel-WM in Park City in den USA verlief für die deutschen Athleten mit einem Zweifachsieg bei den Doppelsitzern und einem dreifachen Triumph bei den Frauen äußerst erfreulich. Nur Silke Kraushaar wollte nicht mitfeiern. Die entthronte Titelverteidigerin weinte wenige Meter entfernt still in sich hinein.

Kraushaar war wegen eines nicht regelkonformen Schlittens nach dem ersten Durchgang der Frauen-Einzelkonkurrenz disqualifiziert worden. So sicherte sich Olympiasiegerin Sylke Otto in 1:28,056 Minuten ihren vierten Weltmeistertitel nach 2000, 2001 und 2003. Weltcup-Gesamtsiegerin Barbara Niedernhuber und Anke Wischnewski hatten als Zweite und Dritte ihren Anteil daran, dass auch bei der sechsten WM seit 1999 alle Medaillen im Frauenwettbewerb nach Deutschland gingen. Nach nur Platz fünf im ersten Lauf fuhr Niedernhuber Bestzeit und verdrängte Wischnewski noch auf den dritten Platz.

Zuvor hatten die Doppelsitzer André Florschütz und Torsten Wustlich ihren zweiten WM-Titel erreicht – mit einem Vorsprung von zwölf Tausendstelsekunden vor den Titelverteidigern Patric Leitner/Alexander Resch. „Ich hatte nicht damit gerechnet, dass wir es noch schaffen“, sagte Florschütz. Im Training hatte das Duo noch einen großen Rückstand auf die Spitze gehabt. Auch die Olympiasieger Leitner/Resch waren nach dem verpatzten ersten Durchgang und Rang sieben „total angefressen“, dann aber überglücklich. Mit Bestzeit im zweiten Durchgang schoben sich die Oberbayern noch auf den zweiten Platz vor.

Silke Kraushaar hatte dagegen alles verloren. Der Technische Delegierte Norbert Huber aus Italien hatte die Verbindung zwischen Kufen und Schienen moniert. Während der Weltcuprennen war Kraushaars Schlitten freilich nie beanstandet worden. dpa

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