Sport : Fünf Tore gegen die Kräuterbonbons

Deutschlands Eishockeyteam siegt 5:2 über die Schweiz

Claus Vetter

Hannover. Ein wenig euphorischer hätte die Stimmung gestern in der Preussag-Arena in Hannover schon sein können. Schließlich gelang der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft bei ihrem zweiten Spiel im Rahmen des Deutschland-Cups gegen die Schweiz ein klarer 5:2 (4:2, 1:0, 0:0)-Erfolg. 7300 Fans schauten bedächtig zu. Kein Vergleich zur Geräuschkulisse vor wenigen Tagen in der Kölnarena, als 18 000 Zuschauer ein Testspiel gegen Kanada akustisch untermalt hatten.

Auch ohne ein gutes Dutzend an Stammspielern agierte das deutsche Team einen Tag nach der 0:2-Niederlage gegen die USA erstaunlich gut. „Wir haben jetzt eine ganz andere Auswahl an guten deutschen Spielern als noch vor ein paar Jahren“, sagte der deutsche Kapitän Stefan Ustorf. Der Stürmer von den Mannheimer Adlern wusste auch schon, was sich Bundestrainer Hans Zach bei der Nominierung der Mannschaft für den Deutschland-Cup gedacht hatte: „Mit Sicherheit geht es in Hannover darum, etwas auszuprobieren.“ Soll heißen, ein Großteil jener Spieler, die sich in der Nationalmannschaft versuchen, werden bei der Weltmeisterschaft im April des kommenden Jahres in Finnland die Spiele nur vor dem Fernseher verfolgen dürfen.

Gegen eine erstklassig besetzte Schweizer Mannschaft hatten die Deutschen jedenfalls überhaupt keine Probleme: Ustorf, Andreas Morczinietz (Kölner Haie), Tobias Abstreiter (Kassel Huskies) hatten mit ihren Toren in der Anfangsphase früh für klare Verhältnisse gesorgt. Eduard Lewandowski (Köln) und Sven Felski (EHC Eisbären Berlin) erzielten die Tore Nummer vier und fünf. Dazu hinterließ Oliver Jonas von den Eisbären bei seinem zweiten Länderspiel einen guten Eindruck.

Die vielen Tore und der gute Torwart Jonas bewirkten dann schließlich, dass es gegen Ende des Spiels gegen die Schweiz doch noch etwas lauter wurde auf den Tribünen der Preussag-Arena, die Fans gar eine riesige Polonäse inszenierten. „Aus Deutschland kommt das Ricola“, schallte es so nebenbei noch von den Rängen, was natürlich eine glatte Lüge war. Die Schweizer haben das Kräuterbonbon erfunden, das weiß man ja aus der Fernsehwerbung.

Erfindungsgeist hin, Kräuterbonbon her: Das attraktivere und erfolgreichere Eishockey spielten gestern die Deutschen. Und das wurde schließlich auch vom sonst eher zurückhaltenden Hannoveraner Publikum mit Beifall belohnt.

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