Sport : Fünf Tore gegen ein Experiment Bei Werder herrscht Erklärungsnotstand

von
Foto: dpa
Foto: dpaFoto: dpa

Bremen - Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf blieb auch gar nichts erspart. Am Morgen nach der 0:5-Heimpleite gegen Borussia Dortmund baten ihn zwei BVB-Fans, mit ihnen für ein Foto zu posieren. Der Trainer, ganz Profi, willigte ein und ließ sich von den freudestrahlenden, schwarz-gelb gewandeten Anhängern in die Mitte nehmen. Und so halbwegs bekam es Schaaf es sogar hin, in die Kamera zu lächeln.

Einen Tag nach der höchsten Heimniederlage Werders seit 25 Jahren konnten weder der Trainer noch die Spieler Klarheit in die Angelegenheit bringen. Schaaf wehrte sich dagegen, dass sein taktisches Experiment gescheitert sei. Werder hatte es nach dem Ausfall von Marko Arnautovic mit einem System ohne echte Spitze probiert. Die Bremer hatten sogar mehr Ballbesitz, agierten aber spätestens 20 Meter vor dem Dortmunder Tor ohne Orientierung. Nils Petersen, auf der rechten Seite eingesetzt, fehlte als Vollstrecker, er fehlte als Anspielstation und als potenzieller Unruheherd in der ersten Reihe. Aaron Hunt sagte immerhin: „Wenn man 0:5 verliert, kann man nicht behaupten, dass das Experiment gelungen ist.“ Der Coach hingegen bemängelte, dass sein Team „elementare Dinge“ habe vermissen lassen. „Wir sind zwar viel gelaufen, aber haben nicht genug gegen den Ball und den Gegner gearbeitet.“ Warum das so war, wollte er nicht schlüssig erklären. Schaaf sagte nur: „Wir haben einiges zu tun.“

Als eine Art Dauerexperiment kann man das Wirken Eljero Elias bezeichnen. Der niederländische Nationalspieler war einmal mehr der Schwächste in einer schwachen Bremer Mannschaft. Selbst wenn Schaaf zum gewohnten System zurückkehrt, bleibt die linke Offensivseite eine Baustelle. Alternativen gibt es aber kaum im aktuellen Kader. Und für einen Transfer, der sofort die Qualität erhöhen würde, fehlt das nötige Geld.

Werder hatte zum Rückrundenstart den Blick nach oben gerichtet, wollte die vier Punkte Abstand zu einem der Europa-League-Plätze schnell aufholen. Doch nun sagte Werders Torwart Sebastian Mielitz auf die Frage, wohin sein Blick gehe, wenn er auf die Tabelle schaue: „Momentan schaue ich lieber gar nicht auf die Tabelle.“ Sven Bremer

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben