Sport : Für Ballack ein Elfmeter zu viel

Er verschießt – und der HSV stoppt FC Bayern im Ligapokal

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Jena (Tsp). Zwei Elfmeter hatte Michael Ballack in der regulären Spielzeit schon verwandelt. Als er beim zusätzlichen Elfmeterschießen erneut gefordert wurde, versagte er. Er schoss den Ball so, dass ihn Hamburgs Schlussmann Martin Pieckenhagen halten konnte. Als dann auch noch Owen Hargreaves nur den Pfosten traf, war der K.o. des Meisters und Pokalsiegers Bayern München im Halbfinale des Ligapokals perfekt. Nach dem 3:3-Endstand nach 90 Minuten gewann der HSV das Strafstoßschießen 4:1 und steht damit im Endspiel. Gegner des HSV, der zuvor den Cupverteidiger Hertha BSC gestoppt hatte, ist am Montag in Mainz Borussia Dortmund. Die Dortmunder hatten tags zuvor 1:0 gegen den VfB Stuttgart gewonnen.

Beide Teams präsentierten sich über weite Strecken bereits bemerkenswert formstark und boten den 11 850 Zuschauern im Ernst-Abbe-Stadion ein unterhaltsames Spiel, nicht nur wegen der vielen Tore. Während in der Anfangsformation der Hamburger mit Defensivkraft Bastian Reinhardt und Mittelfeldspieler Stefan Beinlich immerhin zwei neue Gesichter standen, lief der FC Bayern nur mit altbekannten Kräften auf. Die Zugänge Rau und Demichelis hatte Trainer Ottmar Hitzfeld erst gar nicht nach Jena mitgenommen.

„Wir wollen nach drei Jahren endlich wieder den Ligapokal gewinnen“, hatte Hitzfeld vor dem Match erklärt und Sebastian Deisler zunächst überraschend auf die Bank gesetzt. Später kam Deisler, ohne jedoch sonderliche Akzente setzen zu können. Allerdings wirkten seine Mitspieler auch immer wieder pomadig. „Wir haben den Gegner wohl unterschätzt“, bekannte Hitzfeld später. Der viermalige Ligapokalsieger (1997 bis 2000) zeigte vor allem in der Abwehr Schwächen. Gute Ansätze boten nur Ballack und Claudio Pizarro.

Besser machten es die Hamburger, die beim 3:1-Zwischenstand schon wie die Sieger aussahen und erst in der letzten Minute noch den Ausgleich hinnehmen mussten. Vor allem Romeo bewies Frühform. Der Argentinier erzielte zwei Tore und gefiel auch sonst. Nach dem Finaleinzug hat der HSV bereits 894 671 Euro an Prämien sicher. „Wir sollten das Spiel nicht überbewerten, aber mit hat heute schon vieles gefallen“, sagte Trainer Kurt Jara.

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