Sport : Für Basketball-Nachwuchs geht es um "alles oder nichts"

Dietmar Wenck

Jedes Jahr im März, wenn die Spiele um den Aufstieg beginnen, müssen sich die Verantwortlichen beim Basketball-Zweitligisten TuS Lichterfelde und beim Deutschen Meister Alba Berlin diese Fragen anhören: Traut sich denn der kleine Kooperationspartner die Bundesliga überhaupt zu? Und will denn der Europaligist, dass TuSLi hochkommt? Da ist es ganz praktisch, dass der Kommunikationsweg zwischen dem Alba- und dem Lichterfelder Manager seit dieser Saison kürzer nicht sein könnte. Beide Posten füllt Carsten Kerner aus. So gibt es keine zwei Meinungen. "Die Jungs sollen das Maximum herausholen. Rein organisatorisch ist der Aufstieg kein Problem. Plan B liegt in der Schublade", sagt Kerner.

Nun gibt es aber noch einen anderen Aspekt, Plan A sozusagen. "TuSLi bleibt Albas Farmteam und ist dafür da, junge Spieler weiterzuentwickeln. Es werden keine Ausländer verpflichtet", ergänzt der Manager. Auch nicht im Fall der Fälle. Dazu kommt ein weiteres Problem: Robert Maras, Sven Schultze und Stipo Papic werden dieses Jahr 22 Jahre alt und könnten in der nächsten Spielzeit nicht mehr mit einer Doppellizenz für Alba und TuSLi auflaufen. Bitter also, falls es mit dem Aufstieg nichts wird. Darum heißt es für die Lichterfelder, wie Junioren-Nationalspieler Tommy Thorwarth formuliert: "Es geht um alles oder nichts. Wenn wir jetzt nicht aufsteigen, müssen wir nächstes Jahr ganz von vorn anfangen."

Lichterfeldes Cheftrainer Emir Mutapcic ist auch davor nicht bange: "Wir haben schon wieder gute, junge Spieler. Wir würden auch nächstes Jahr oben mitspielen." Trotzdem will er lieber jetzt aufsteigen: "Wir kämpfen, wir wollen das. Wir haben die Qualität für die erste Liga." Er kritisiert, dass seine Mannschaft kaum einmal zusammen arbeiten kann. Die Besten trainieren bei Alba mit und entwickeln sich dort weiter. "Wir haben gute Spieler, keine Mannschaft", sagt Mutapcic. Fakt ist, dass Alba über allem steht - Alba bezahlt schließlich auch dafür. Gerade das lässt die Aufstiegsbefürworter beim TuS Lichterfelde hoffen. Denn "eines haben wir erkannt", sagt Kerner, jetzt als Alba-Manager, "unsere Spieler werden immer besser. Irgendwann können wir sie nur noch auf Erstliga-Niveau fördern".

Auch das ist wie jedes Jahr: Abwarten heißt die Parole. Gewinnen die Lichterfelder ihre Spiele am Sonnabend in Paderborn und Dienstag darauf gegen Rhöndorf, wird man sich weitere Gedanken machen müssen. Dann gerät TuSLi in immer größere Gefahr. In Aufstiegsgefahr.

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