Sport : Für einen guten Namen

Rapid Wien träumt vom Sieg gegen den FC Bayern

Markus Huber[Wien]

Als am vergangenen Montag in Wien der offizielle Ticketverkauf für das erste Duell des österreichischen gegen den deutschen Rekordmeister seit 1967 begann, waren die 47 800 Karten für das Ernst-Happel-Stadion innerhalb weniger Stunden ausverkauft. Dabei waren für das erste Spiel der Gruppenphase der Champions League zwischen Rapid Wien und Bayern München (20.45 Uhr, Premiere live) gar keine Einzeltickets aufgelegt worden. Wer in Wien die Bayern live sehen will, muss mit dem Kombiticket auch noch die Defensivarbeiter von Juventus Turin und vor allem den FC Brügge ertragen und dafür mindestens 120 Euro bezahlen.

Rapid ist mit seinem Budget von offiziell 11,5 Millionen Euro der krasse Außenseiter in dieser Gruppe. Dennoch hat Trainer Josef Hickersberger bei Rapid einen Hype ausgelöst, der die Wiener von einer Sensation gegen Bayern träumen lässt. Unter Hickersberger, der vor drei Jahren von Lothar Matthäus eine völlig am Boden liegende Mannschaft übernommen hatte, wurde der Traditionsverein in der vergangenen Saison erstmals seit 1996 wieder Meister.

Hickersberger schweißte eine Mannschaft ohne Topstars zusammen, die im Vorjahr mit ansehnlichem Kombinationsfußball überzeugte. Das Prunkstück ist das spielfreudige Mittelfeld um den deutschen Steffen Hofmann. Er wurde im vergangenen Jahr zum besten Spieler der Liga gewählt. Für Hofmann, der unter Lothar Matthäus von den Amateuren des FC Bayern zu Rapid kam und von Hickersberger zum Kapitän gemacht wurde, ist das Spiel besonders wichtig. „Es ist eine große Möglichkeit, sich für die Zukunft einen guten Namen zu verschaffen“, sagte Hofmann und fügte hinzu: „Unsere größte Chance liegt darin, dass wir eigentlich keine haben.“

Die Bayern jedenfalls müssen ohne Michael Ballack auskommen. „Ich habe keine schlaflosen Nächte, weil die Verletzung nicht so schlimm ist. Die Nationalmannschaft hat ohne ihn Probleme. Wir dagegen sind so stabil, dass wir es hinkriegen“, sagte der Münchner Trainer Felix Magath. Das bislang letzte Heimspiel gegen die Bayern gewann Rapid. Das war vor 38 Jahren.

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