Sport : Für Hertha endet eines der erfolgreichsten Jahre überhaupt (Glosse)

miro

Genau genommen spielt Hertha BSC seit Wochen schlecht. Und doch endet für den gut 107-jährigen Berliner Fußballbundesligisten eines der erfolgreichsten Jahre überhaupt. Nach einer famosen ersten Jahreshälfte mit nur einer Niederlage und Platz drei in der vergangenen Saison hat sich Hertha BSC für den internationalen Fußball qualifiziert. Denkwürdige Spiele haben die Berliner geliefert und stehen zu Recht in der Zwischenrunde dieses Wettbewerbs. Damit haben sie sich nicht nur Sympathien außerhalb der Stadt erspielt, sondern auch eine finanzielle Grundlage für die nächsten Jahre geschaffen.

Doch diesem Kraftaufwand musste Hertha in den letzten Wochen Tribut zollen. Vor allem in der Bundesliga. Kein anderes Team in der Eliteklasse wurde derart permanent vom Verletzungspech verfolgt. Bis auf die Bayern hatte kein Team der Liga so viele Spiele zu bestreiten. Diese Dichtheit der Termine kosten nicht nur Kraft und Substanz, sondern auch Nerven. Mannschaften wie der FC Bayern und Borussia Dortmund, die seit Jahren in europäischen Wettbewerben überwintern, können aus vielerlei Gründen besser mit diesen Belastungen umgehen. Hertha BSC hat für diese Entwicklung nur drei Jahre lang Zeit gehabt. Zu wenig, um für alles gewappnet zu sein. Die Berliner werden sich bei angestrebter Verschlankung des Personals verstärken müssen.

Vor allem aber hat Hertha eine Erfahrung gemacht: Nämlich die, wie es sich anfühlt, heute gegen London oder Mailand zu spielen und morgen in Unterhaching oder Ulm. Nicht jeder Fußballer kommt in diesen Genuss, auch wenn am Ende der Genussfaktor ein eher fragwürdiger ist.

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