Sport : Für immer Unterschicht

Mathias Klappenbach

Wer sich alles hart erkämpfen muss, gerät nicht leicht in die Gefahr, sich zu überschätzen. So geht es auch Energie Cottbus. Der Aufsteiger aus der Lausitz spielt so, wie es alle erwartet haben. Er erkämpft sich in den meisten der 90 Minuten eines Fußballspiels mit harten Grätschen die Chancen, die er dann in den wenigen für die Zusammenschnitte tauglichen Momenten in Tore verwandelt. Dass das zu so vielen Punkten führen würde, hat allerdings niemand erwartet. Aber die Selbsterfüllung des eigenen Klischees funktioniert hervorragend, und es spricht nichts dagegen, warum sie es nicht weiterhin tun sollte.

Fünf Punkte sind es bis zu Werder Bremen an der Tabellenspitze, schon sieben nach unten zu einem Abstiegsplatz. Da gab es schon so manchen Verein in der Bundesligageschichte, der in einer solchen Situation auch als Aufsteiger begann, vom Uefa-Cup zu fantasieren oder sich zumindest nicht mehr als Abstiegskandidat sah.

Das ist in Cottbus undenkbar. Ein Blick auf das Stadion, ein Blick auf das Umfeld des Vereins genügt allen Beteiligten, um sich sofort wieder als Abstiegskandidat zu fühlen. Das Entwicklungspotenzial, ob nun mittel- oder langfristig, ist so gering wie nirgends sonst. Bei Energie kann kurzfristig gedacht werden, weil es um nichts anderes geht als das nächste Spiel. Vielleicht ist gerade das der große Vorteil im Vergleich zu den anderen Bundesligaklubs. Denn für immer zur Unterschicht zu gehören, kann auch im Fußball befreiend wirken.

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