Sport : Für Rafati bleibt ein Platz frei DFB-Schiedsrichter tagen und stützen Referee

Mainz - Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hält Babak Rafati nach dessen Suizidversuch einen Platz frei. „Er fällt nicht aus den Bundesliga-Schiedsrichtern raus“, sagte Herbert Fandel, Vorsitzender der Schiedsrichter-Kommission im DFB, bei der Halbzeittagung der Spitzen-Spielleiter in Mainz. Rafati hatte am 19. November unmittelbar vor der Partie 1. FC Köln - FSV Mainz 05 einen Selbsttötungsversuch unternommen.

Erstklassig amtieren darf künftig Tobias Stieler aus dem hessischen Obertshausen. Der 30-Jährige pfiff bisher in der Zweiten Liga und ersetzt Marc Seemann aus Essen. Seemann hatte zu Beginn der Saison die Leistungsprüfung verletzungsbedingt nicht bestanden und war zurückgetreten. Für Stieler rückt Sascha Stegemann aus Niederkassel aus der Dritten in die Zweite Liga auf.

Hinter Rafatis Name stand auf der Teilnehmerliste der 40 Unparteiischen und 27 Assistenten dieses Mal „entschuldigt“. Fandel hatte nach eigenen Angaben bisher keinen Kontakt zu ihm seit dem tragischen Vorfall in einem Kölner Hotel. „Aus meiner Sicht gebietet es der Anstand, dass Babak Rafati selbst entscheidet, wann er kommunizieren will. Das einzige Ziel ist, dass er wieder gesund und glücklich ist“, sagte der frühere Fifa-Unparteiische aus Kyllburg. Rafati befindet sich noch in Behandlung.

Über die Zukunft von Michael Kempter wird der DFB im April oder Mai entscheiden. Der einstige Fifa-Referee aus Sauldorf hatte sich mit dem früheren DFB-Funktionär Manfred Amerell eine öffentliche Schlammschlacht geliefert. Zivilrechtlich ist diese beendet, aber Amerell will noch vom DFB-Kontrollausschuss angehört werden. „Die DFB-Schiedsrichter-Kommission muss zur nächsten Saison eine Entscheidung treffen“, sagte Fandel. Kempter muss womöglich wieder weit unten anfangen: Schließlich, so der Schiedsrichter-Boss, habe er zwei Jahre nicht gepfiffen.

Nicht nur der Fall Rafati hat die Spielleiter in der Hinrunde beschäftigt. Auch wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung gegen Referees gab es Schlagzeilen. In der Steueraffäre werde man handeln, wenn Fakten vorlägen, sagte Fandel. dpa

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