Sport : Fürth - Babelsberg: Kunze einmal machtlos

Zwei Siege zum Saisonauftakt - das macht mutig, vielleicht sogar frech. Also fuhr der SV Babelsberg 03 ganz unbekümmert, aber voller Ehrgeiz ins Fränkische. Trainer Hermann Andreev verkündete sogar, dass er gar nicht daran denke, seine Mannschaft defensiv einzustellen. Das Vorhaben war gut, die Ausführung des Vorhabens weniger gut. Der Gegner, die SpVgg. Greuther Fürth, stoppte nämlich den Höhenflug des Zweitliga-Aufsteigers. Mit 1:0 (1:0) siegten die Fürther und zumindest der objektive Teil unter den 5577 Zuschauer im Playmobil-Stadion gewann den Eindruck, dass diese drei Punkte für die Gastgeber ausgesprochen glücklich waren.

Das einzige Tor in einer über weite Strecken recht kampfbetonten Begegnung fiel bereits nach zwölf Minuten durch den Marokkaner Rachid Azzouzi. Ansonsten boten die Fürther, die ihren ersten Saisonsieg feierten, eine schwache Vorstellung. Die Babelsberger zogen geschickt "ihr" Spiel auf. Sie attackierten den Gegner früh, bei Ballbesitz wurde sofort ein ansehnlicher Kombinationsfluss in Gang gesetzt. Mancher Zuschauer auf den Tribünen kam angesichts der reifen Darbietung der Gäste sicherlich ins Grübeln, welche der beiden Mannschaften denn nun der etablierte Zweitligist sei. Das größte Manko bei den Babelsbergern: Sie gingen mit ihren Torchancen, die sie sich zahlreich erarbeiteten, viel zu fahrlässig um.

Großen Anteil am Erfolg der Fürther hatte aber auch der 36-jährige Torwartroutinier Günther Reichold, an dem die Babelsberger gleich mehrfach scheiterten. Auf der Gegenseite war in erster Linie Stürmer Frank Türr dafür verantwortlich, dass in der Gästeabwehr keine Langeweile aufkam.

Beim SV Babelsberg gab Torwart Alexander Kunze der Deckung Sicherheit. Bei dem Distanzschuss von Azzouzi war er indes machtlos. Im Mittelfeld rackerte Slawomir Chalaskiewicz unermüdlich. Der Pole ließ mitunter vergessen, dass er noch in diesem Jahr, allerdings erst im November, bereits seinen 38. Geburtstag feiern wird.

Auf die Babelsberger wartet am kommenden Sonnabend bereits die nächste schwere Aufgabe. Dann gastiert nämlich der 1. FC Union im Karl-Liebknecht-Stadion. Und die Köpenicker kommen als Tabellenführer. Nach der Leistung von Fürth braucht den Babelsbergern indes auch vor diesem Kontrahenten nicht bange zu sein. Und Trainer Andreev wird gewiss auch für dieses Spiel den fußball nicht neu erfinden. Auch gegen Union wird seine Devise lauten: Angriff ist immer noch die beste Verteidigung.

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