Sport : Fußbällchen im Blut

NAME

Leverkusen (dpa). Bei Bayer 04 Leverkusen werden im Bundesliga-Finale gegen Hertha BSC am Sonnabend alle angeschlagenen Spieler die Zähne zusammenbeißen. „Alle sind bereit zu spielen“, erklärte Trainer Klaus Toppmöller am Freitag in Leverkusen. Dies gilt für Michael Ballack (Bluterguss im Fuß), Zoltan Sebescen (Meniskusprobleme), Lucio (Fußverletzung) und Oliver Neuville (Zehenbruch). Nicht mit von der Partie gegen die Berliner sind der gesperrte Defensivspieler Boris Zivkovic und Jens Nowotny.

Der Bayer-Kapitän wird am Sonntag in die USA fliegen, wo er sich operieren lassen will. Der 28 Jahre alte Abwehrchef hatte am vergangenen Dienstag einen Kreuzbandriss im rechten Knie erlitten. „Ich gehe davon aus, dass er noch in diesem Jahr wieder für Bayer spielen wird“, meinte Toppmöller, der trotz des Ein-Punkt-Rückstandes auf Borussia Dortmund die Hoffnung auf den Meistertitel nicht aufgegeben hat: „Der Fußball-Gott sollte am Samstag unser Trikot anziehen.“

Der 50 Jahre alte Chefcoach liebäugelt nicht nur mit dem Titel, sondern auch mit dem befristeten Amt des nigerianischen Nationaltrainers bei der Fußball-Weltmeisterschaft: „Ich würde es schon gerne machen.“ Allerdings müsste es eine offizielle Anfrage des nigerianischen Verbandes geben. Bisher liegt nur ein Fax vor, dessen Seriosität nicht eindeutig zu bestimmen ist. Fraglich ist auch, ob Bayer seinem Chefcoach überhaupt freigeben würde. „Wenn ich es nicht machen darf, ist das auch in Ordnung“, sagte Toppmöller. Ausspannen müsse er jedenfalls auch nach dieser anstrengenden Saison mit den vielen Höhepunkten nicht. „Ich brauche keine Erholung. In meinen Adern fließen keine roten und weißen Blutkörperchen, sondern Fußbällchen“, scherzte er.

Sehr zufrieden äußerte sich der Mutterkonzern des Vereins über den von der Mannschaft erzielten Werbeefekt: „Wir nähern uns der Grenze von 150 Millionen Euro, die man einsetzen müsste, wenn man die Effekte über werbliche Maßnahmen erzielen wollte“, sagte der Sportbeauftragte der Bayer AG, Meinolf Sprink. Der Konzern unterstütze seine Fußball-Tochter jährlich „mit zehn bis 15 Millionen Euro, erfolgsbezogen“. Außerdem habe er in den Umbau des Haberland-Stadions zur BayArena investiert. Die Aussicht, dass etwa eine Milliarde Fernsehzuschauer das Endspiel der Champions League sehen, nannte Sprink „ein Märchen“.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben