Sport : Fußball auf dunkler Erde

Hellmut Krug

Samstag in Duisburg: Schiedsrichter Helmut Fleischer pfeift das Bundesligaspiel zwischen dem MSV Duisburg und Hannover 96 an – auf einem nur schwer als Rasen erkennbaren Platz. In einer Hälfte sind hellbraune Flecken, den Strafraum kennzeichnet dunkelbraune Erde. Muss ein Bundesligarasen nicht grün sein, Herr Krug?

Überhaupt nicht. Es steht nirgendwo, dass die Plätze grün sein müssen. Im Winter müssen wir damit leben, dass der Rasen nicht in einem optimalen Zustand ist. Die Plätze leiden gegenwärtig extrem unter den Witterungsbedingungen, manchmal müssen unebene Stellen ausgeglichen oder gefrorene Teilstücke mit Erde aufgelockert werden. Ein Grund für Helmut Fleischer das Spiel nicht anzupfeifen, wären jedenfalls nicht die hellbraunen Flecken in Duisburg gewesen. Dafür gibt es andere Kriterien.

Zum Beispiel, wenn nicht ausgeschlossen werden kann, dass die Gesundheit der Spieler oder der Zuschauer gefährdet ist. Wie das gestern zunächst in Hamburg der Fall gewesen ist. Oder wenn das Spiel nicht ordnungsgemäß durchgeführt werden kann, weil der Platz unter Wasser steht und der Ball stecken bleibt. Die Entscheidung, ob gespielt werden kann, trifft eine Platzkommission, die aus dem Schiedsrichter, einem Vertreter des Stadioneigentümers und einem Vertreter der Deutschen Fußball-Liga besteht und die spätestens vier Stunden vor dem Spiel den Platz beurteilt. Danach kann nur noch der Schiedsrichter wegen einer Verschlechterung der Wettersituation und den damit verbundenen Platzverhältnissen absagen. Oder – wie in Hamburg – den Anstoß verschieben, um den Missstand beheben zu lassen. Dass übrigens in der Bundesliga nicht so viele Spiele wie in der Zweiten Liga oder Regionalliga abgesagt werden, hat einen Grund: In der Bundesliga müssen die Klubs inzwischen eine Rasenheizung haben.

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