Sport : Fußball Bundesliga: Als Retter gefeierte Trainer verlieren ihren Ruf

Die Retter ramponieren ihren Ruf: Trainer Rolf Schafstall hat beim VfL Bochum bislang keinen Erfolg gehabt. Und auch im Waldstadion von Eintracht Frankfurt geht es seit dem Einstand von Friedel Rausch nicht aufwärts. Drei Tage vor dem Saisonende zieren beide Traditionsklubs das Tabellenende der Fußball-Bundesliga. "Die Vereine glauben, dass arrivierte Trainer wissen, wo es lang geht. Es hat sich aber herausgestellt, dass diese kurzfristigen Wechsel nichts bringen", sagte Erich Rutemöller, der Chefausbilder des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). "Für mich ist das kein seriöses Arbeiten", kritisiert der 46-Jährige die Strategien der Klubs.

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Tipp-Spiel: Wer wird Deutscher Meister? Die Ziele der vermeintlichen Retter waren groß, der Erfolg bislang eher gering. "Ich will kein Mitleid", sagte Rausch nach der vierten Niederlage unter seiner Federführung gegen Hertha BSC (0:3). Der anfängliche Tatendrang des 61-Jährigen ("Ich stelle mich gerne dieser reizvollen Aufgabe") nach der Übernahme des Amtes von Interimscoach Rolf Dohmen vor vier Wochen wich purer Ernüchterung. "Es war alles für die Katz", bilanzierte Rausch, der sich vor seinem Engagement am Main bereits im Ruhestand wähnte. Statt ein Happy End wie vor drei Jahren mit Borussia Mönchengladbach droht ihm mit Frankfurt spätestens am letzten Spieltag gegen den VfB Stuttgart der Bundesliga-Abstieg.

Den 64 Jahre alten gelernten Elektriker Schafstall treibt noch ein Fünkchen Hoffnung an. "Warum sollen wir die letzten drei Spiele nicht gewinnen", fragt der Bochumer Coach. Wie Rausch hatte auch Schafstall dem Fußball bereits Ade gesagt und sich der Gartenpflege gewidmet. Den VfL brachte der Trainer-Pensionär nicht wieder zum Blühen. Der Nachfolger von Ralf Zumdick sackte mit den Westfalen neun Punkte aus zehn Spielen ein, der Sprung vom Tabellenende blieb aus. Felix Magath könnte hingegen zum Glücksbringer avancieren. Zwar steckt der 47 Jahre alte Fußball-Lehrer mit dem VfB Stuttgart noch immer im Abstiegsstrudel. Seit Magath den glücklosen Ralf Rangnick nach dem 22. Spieltag abgelöst hat, heimsten die Schwaben aber 13 Punkte ein und verbesserten sich auf den 14. Tabellenrang. Der 43-malige Nationalspieler könnte seinem Retter-Image also gerecht werden und seinen Vertrag bis zum 30. Juni 2002 im Fußball-Oberhaus erfüllen.

Der bei seinen vorangegangenen Stationen beim Hamburger SV, dem 1. FC Nürnberg, Werder Bremen und Frankfurt in prekärer Lage als Coach eingesprungene Magath hat beim VfB manches verändert. "Junge Spieler einzubauen macht keinen Sinn", stellte der 43-malige Nationalspieler zu Beginn klar. Timo Wenzel (22 Jahre) und Andreas Hinkel (19) gehörten aber zuletzt beim 2:1 gegen Bremen zur Anfangsformation. Die Forderung nach Stabilität im Abstiegskampf interpretiert Magath ebenfalls eigenwillig. In der Partie gegen Werder stellte er seine Elf auf sieben Positionen um.

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