Sport : Fußball-Bundesliga: Die Saison der Brasilianer

Die deutschen Gesetze machen es Brasiliens Fußballspielern nicht gerade leicht. Im Juni wollte Giovane Elber den FC Bayern München verlassen, weil seine Putzfrau und seine Babysitterin aus Brasilien keine Visa für Deutschland bekommen hatten. "Ich muss jetzt alle zwei Monate andere Leute aus Brasilien einfliegen lassen", klagte Elber. Und nun hat auch Alex Alves Schwierigkeiten mit den deutschen Behörden. In einer Tempo-30-Zone wurde der Brasilianer von Hertha BSC mit überhöhter Geschwindigkeit geblitzt. Dieser Strafzettel birgt neben einer Geldstrafe ein Problem für Alves: Er besitzt in Deutschland keine gültige Fahrerlaubnis, weil seine brasilianische hier nicht anerkannt wird. Sein Ausflug in die verkehrsberuhigte Zone gilt somit als Fahren ohne Führerschein. Hertha BSC nahm ihm daraufhin Schlüssel und Papiere für den Dienstwagen ab.

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Bundesliga-Tippspiel: Das interaktive Fußball-Toto von meinberlin.de Da trifft es sich gut, dass Brasilianer auf dem Fußballplatz keinen Führerschein brauchen. Eine DFB-Spielerlaubnis und zwölf Minuten Spielzeit genügten dem Brasilianer Ewerthon am Wochenende, um sich in der Fußball-Bundesliga zurechtzufinden. Schon lag der Ball im Tor. Sein Landsmann Giovane Elber fühlt sich auch wieder wohl auf deutschen Fußballplätzen. Er dürfte herausgefunden haben, dass seine Putzfrau auch in Italien oder Spanien Probleme mit dem Visum bekommen könnte. Nun erfreute er die Liga mit drei Toren gegen Stuttgart. Mit sechs Treffern liegt der Stürmer in der Torschützenliste vorne, dahinter folgt neben dem Holländer Arie van Lent der Brasilianer Amoroso (5 Tore), wiederum gefolgt von seinen Kollegen Lincoln und Ailton (beide 4). Es ist die Saison der Brasilianer in der Bundesliga. Selbst Energie Cottbus leistet sich in Franklin, Vragel da Silva und Brasilia drei (Billig-) Brasilianer.

Zum Schluss noch eine Testfrage: Wo stehen der 1.FC Kaiserslautern, FC Bayern, Leverkusen und Dortmund, die mindestens zwei Brasilianer besitzen, in der Tabelle? Ganz oben. Und jetzt raten Sie mal, wo St. Pauli, Rostock, Wolfsburg und der Hamburger SV stehen, die alle höchstens einen Brasilianer in ihren Reihen haben? Genau.

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