Fußball-Bundesliga : Dortmund feiert zweiten Sieg in Folge: 4:2 gegen Mainz

Mit dem Gegentreffer nach 53 Sekunden begann das Spiel gegen Mainz wie so oft für Borussia Dortmund in dieser Saison - doch es endete ganz anders.

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Zum auf die Knie fallen: Nuri Sahin feiert sein Tor zum 4:2.
Zum auf die Knie fallen: Nuri Sahin feiert sein Tor zum 4:2.Foto: dpa

Natürlich stand der junge Mann mit der blonden Igelfrisur auch an diesem Abend im Mittelpunkt. Seit Marco Reus seinen Vertrag bei Borussia Dortmund am Dienstag bis ins Jahr 2019 verlängert hat, wird in Fußball-Deutschland vornehmlich über ihn gesprochen. In der Kabine des BVB kam es zu spontanem Applaus, und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke fragte sich, „wie laut es wird, wenn Marco Reus den Rasen betritt“. Die Resonanz war freundlich, aber moderat und steigerte sich erst zur erhofften Lautstärke, als Stadionsprecher Norbert Dickel mit viel Brimborium die Aufstellung verlas. Das Ereignis aber, das von den 80 000 Zuschauern noch mehr bejubelt wurde, war das 4:2 (0:1) von Borussia Dortmund über Mainz 05.

Dortmunds Trainer Jürgen Klopp schickte die gleiche Stammbesetzung auf das Spielfeld, die zuletzt 3:0 in Freiburg gewonnen hatte, lediglich für den wegen einer Viruserkrankung unpässlichen Kapitän Mats Hummels rückte der Grieche Sokratis in die Viererkette. Kaum hatte Schiedsrichter Tobias Stieler die Partie angepfiffen, durfte auch schon gejubelt werden. Allerdings auf Seiten der Mainzer, die von einer Dortmunder Fehlerkette profitierten: Subotic und Weidenfeller konnten den Ball nicht klären, Schmelzer verfehlte die Bogenlampe von Soto, anstatt sie von der Linie zu schlagen, und nach genau 53 Sekunden führten die Gäste.

Die Borussia schüttelte sich und schlug zurück, doch ein Schuss von Reus knallte an den Pfosten, den zweiten Versuch von Kagawa entschärfte Stefanos Kapino. Der Ersatzmann des gesperrten Mainzer Stammtorwarts Loris Karius durfte sich auch danach auszeichnen, als Aubameyang von der Strafraumgrenze abzog. Auch den Kopfball von Nuri Sahin hielt der Ersatzmann.

Das war es mit der Dortmunder Herrlichkeit, die Gastgeber verloren den Faden. Als Weidenfeller einen Abstoß ins Seitenaus beförderte, reagierte das Publikum mit Murren, das sich in Pfiffe wandelte, weil die Unsicherheit bis auf die Tribüne zu spüren war. Die Mainzer merkten, hier geht was, und lösten sich aus der Deckung. Dortmund nutzte den Raum für einen Konter über Reus und Aubameyang und forderte vehement Elfmeter, weil Bengtsson im Laufduell gegen den Gabuner zerrte und zog. Doch Stieler hielt den Zweikampf nicht für ahndungswürdig und ließ weiterspielen.

Subotic erzielte das erste Dortmunder Heimtor in diesem Jahr

Als auch Kagawa und Kampl von der Strafraumgrenze nicht ins Tor trafen, ging der BVB mit einem Rückstand in die Kabine und musste versuchen, die Geschicke in der zweiten Hälfte zu seinen Gunsten zu drehen. Und siehe da, das Erfolgserlebnis kam postwendend: Nach einem Eckball von Reus war Subotic mit dem Kopf zur Stelle und erzielte den Ausgleich. Es war das erste Dortmunder Heimtor in diesem Jahr.

Es war auch ein erstes Ausrufezeichen, doch es sollte noch besser kommen: Als Reus sechs Minuten später Kapino umkurvte und zur Dortmunder Führung einschob, erbebte das Dortmunder Stadion in seinen Grundfesten. Dortmund jubelte, Weidenfeller rannte weit aus seinem Tor, in dem ganzen Trubel geriet jedoch in Vergessenheit, dass es weiterhin galt, hinten sicher zu stehen. So entstand das Chaos im Dortmunder Strafraum, das Malli zum 2:2 nutzte.

Es war nun ein turbulenter Schlagabtausch, künstlerisch nicht wertvoll, aber von beiden Seiten mit großer Intensität geführt. Schließlich blieb beiden Teams ja noch eine halbe Stunde, um das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden. Die letzten Wirkungstreffer in einer ereignisreichen zweiten Hälfte setzte die Borussia: Pierre-Emerick Aubameyang schob den Ball nach herrlichem Zuspiel des überragenden Reus zum 3:2 ins Netz, kurze Zeit später sorgte Nuri Sahin für die endgültige Entscheidung. Die Fans auf der Südtribüne sangen mit Inbrunst: „Der BVB ist wieder da.“

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