Fußball-Bundesliga : Endspurt um die Meisterschaft

Die Bundesliga geht in die Endphase. Vier Mannschaften haben noch Hoffnungen auf den Meistertitel. Wer macht das Rennen? Für die Leser von Tagesspiegel Online ist die Antwort überraschend klar. Von Sven Malzahn

Berlin - Für die Mehrzahl der Leser, die an unserer Umfrage teilgenommen haben, ist Werder Bremen der Favorit auf den Meistertitel. Vor Beginn des 30. Spieltags sprachen sich am Freitagnachmittag über 60 Prozent für die Norddeutschen aus. Tabellenführer Schalke 04 (16 Prozent) und der FC Bayern München (14 Prozent) liegen fast gleichauf. Nur 8 Prozent trauen dem VfB Stuttgart den Gewinn der Meisterschale zu.

Werder Bremen kann heute Abend mit einem Heimsieg über Alemannia Aachen die Tabellenspitze übernehmen - zumindest für 24 Stunden. Dennoch überrascht es, dass eine so deutliche Mehrheit für die Bremer votiert. Schalke 04 kann bereits am Samstag wieder den Platz an der Sonne übernehmen, doch irgendetwas sträubt sich offenbar bei der Vorstellung, die Königsblauen könnten auch am Saisonende noch ganz oben stehen und ihre erste Meisterschaft seit 49 Jahren feiern. Sind die Eindrücke aus dem Jahr 2001, als den Schalkern die bereits sicher geglaubte Schale in letzter Sekunde noch von den Bayern entrissen wurde, noch immer nicht verblasst?

Selbstbewusstes Königsblau

Der FC Schalke 04 zeigt sich unter Trainer Mirko Slomka in dieser Saison gefestigter, als man es erwarten konnte. Der Brasilianer Lincoln, einst als "Schönwetterfußballer" verschrien, hat sich zum selbstbewussten Spielgestalter gewandelt. Und Kevin Kuranyi scheint den Denkzettel, den ihm Jürgen Klinsmann mit der Nichtberücksichtigung für die WM 2006 verpasste, verstanden zu haben. Seine Leistungen sind zwar immer noch schwankend, aber er macht das, woran ein Stürmer gemessen wird: er schießt Tore, und zwar die wichtigen. Das hat ihn zuletzt auch wieder in den Kreis der Nationalmannschaft zurückbefördert.

Klose trifft wieder

In dieser Übersicht drängen sich zwei Spiele auf, die entscheidenden Charakter tragen könnten: Der VfB Stuttgart spielt an diesem Wochenende gegen die Bayern, und am vorletzten Spieltag muss Schalke 04 bei Borussia Dortmund antreten. Auch wenn die Dortmunder in dieser Saison weit unter ihren Möglichkeiten spielen - im Revierderby ist traditionell alles möglich.

Davon abgesehen hilft das Restprogramm aber auch nicht weiter. Oben spielen vier Mannschaften um den Titel und die Champions-League-Plätze, dahinter kämpfen Nürnberg und Leverkusen um den direkten Einzug in den Uefa-Cup, und danach beginnt unmittelbar die Zone der abstiegsgefährdeten Mannschaften. Für alle Teams geht es noch um etwas, es existiert kein Mittelfeld. Damit gibt es für die großen Vier auch keine leichten Gegner. Zumindest nach 29 Spieltagen befindet sich keine Mannschaft in der Situation, sich in einem gemütlichen Niemandsland bewegen zu können.

Wer leistet sich in der Endphase des Titelrennens den entscheidenden Fehltritt? Wer verliert die Nerven? Vielleicht bringt schon der 30. Spieltag erste Antworten. Der Tanz beginnt heute Abend - Werder Bremen ist am Zug. ()

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