Sport : Fußball-Bundesliga: Kurzurlaub für Besserverdienende

Den müden Fußball-Profis der Bundesliga bleibt in diesem Jahr extrem wenig Zeit zum regenerieren. Nur 69 Tage dauert die Sommerpause bis zum Start der 39. Spielzeit am 27. Juli. Im vergangenen Jahr waren es zwischen den Spielserien noch 83 Tage. Der ungewöhnlich frühe Punktspiel-Beginn hängt mit der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea (31. Mai bis 30. Juni 2002) zusammen. Besonders wenig Zeit, die teuren Beine einfach mal baumeln zu lassen, haben wie im vergangenen Jahr durch die EM 2000 die Nationalspieler. Sie sind noch bis zum 6. Juni in der WM-Qualifikation engagiert und werden deshalb bei ihren Clubs erst Ende Juni in der Saison-Vorbereitung zur Verfügung stehen.

Bei den geplanten Trainingslagern verzichten die Bundesligisten auf Experimente und weite Reisen. Zehn der 18 Vereine bereiten sich in deutschen Landen auf die neue Spielzeit vor, sieben beziehen Camps in Österreich oder in der Schweiz. Nur DFB-Pokalsieger FC Schalke 04 hat noch keinen deutschen Ort für die Saison-Vorbereitung gefunden. Für die Schalker ist die Zeit des Relaxen am knappsten. Nachdem sie eine Woche später wegen des DFB-Pokalfinales in den Urlaub gehen konnten, werden sie schon wieder am 17. Juli im Liga-Pokal des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gefordert.

Meister und Champions-League-Sieger FC Bayern München, mit 34 Bundesliga- und 17 Europacup-Partien 2000/2001 besonders strapaziert, hat gleich zwei Trainingslager gebucht: Im Kurort Rottach-Egern (2. bis 6. Juli) und in Rotenburg/Wümme (8. bis 13. Juli). Auch sie müssen im Liga-Pokal ran - allerdings einen Tag später als Vizemeister Schalke, der bereits am 2. Bundesliga-Spieltag (3. bis 5. August) nach München zur Revanche zu den Bayern reisen muss.

Beliebt für die ersten gemeinsamen Laufeinheiten sind Aufenthalte an der frischen Luft der Nord- und Ostseeküste. Felix Magath bittet seine vor dem Abstieg geretteten Spieler vom VfB Stuttgart zur Saisonvorbereitung auf die Prominenten-Insel Sylt (23. bis 30. Juni). Dort wollen die Schwaben auch vier Testspiele bestreiten, bevor sie weiter ins Trainingslager im Südschwarzwald umziehen.

Auf Nordsee-Inseln zieht es auch den SC Freiburg (Langeoog), den VfL Wolfsburg (Norderney) und den FC St. Pauli (Amrum). Dagegen bleiben die Kicker des FC Hansa Rostock natürlich an der Ostsee (Dierhagen). Im Deutschland wollen auch die Aufsteiger Borussia Mönchengladbach (Göttingen) und der 1. FC Nürnberg (Bad Gögging) sowie der 1. FC Köln (Barsinghausen) und der 1. FC Kaiserslautern (Friedewald/Nordhessen) Energie tanken und Team-Harmonie finden.

Wer stets wie der Hamburger SV an der Küste lebt, will auch mal die Berge sehen. In Leogang/Österreich wird Frank Pagelsdorf seine Kicker fit machen. Besuch erhält der HSV dort vom Stadt-Rivalen St. Pauli, der nach der frischen Brise auf Amrum auf den Anhöhen weiter Kondition tanken will. Österreich steuern auch Borussia Dortmund (Bad Radkersburg), Hertha BSC (Kaprun), Werder Bremen (Saalfelden), 1860 München (Kössen) und Energie Cottbus (Landabrunn) an. Im schweizerischen St. Gallen will Bayer Leverkusen nach dem schlimmen Jahr mit Trainer Klaus Toppmöller einen Neuanfang machen.

Besonders heiß ist der 1. FC Nürnberg auf die Bundesliga-Rückkehr. Als erster der 18 Vereine wird der Club schon am 17. Juni das Training wieder aufnehmen. Zu den elf Testspielen zählt auch die Abschiedspartie für den ehemaligen Nationaltorwart Andreas Köpke am 15. Juli gegen den FC Brügge. Bayern München, Schalke oder Hertha BSC steigen erst am 25. Juni wieder ins Fitnessprogramm ein. Äußerst ungewöhnlich gestaltet der 1. FC Kaiserslautern den Saison-Auftakt: Am 27. Juni treten die Pfälzer Profis gegen eine Lauterer Fan-Auswahl an.

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