Sport : Fußball: Der erste Torschütze nach dem Krieg

Am 22. November 1950, im Stuttgarter Länderspiel gegen die Schweiz, erzielte er ein Elfmetertor, das ihn berühmt machte. Herbert Burdenski schoss beim 1:0 das erste Länderspieltor nach dem Krieg. Gestern starb Burdenski, Mitglied der Schalker Meistermannschaft von 1940 und 1942, nach kurzer Krankheit im Alter von 79 Jahren.

"So einen Tag vergisst du nicht", erinnerte sich Burdenski, der insgesamt nur fünf Länderspiele bestritt, später an jenen verregneten Buß- und Bettag 1950: "Das Ergebnis war unwichtig, ganz und gar Nebensache. Hauptsache war, dass wir nach acht Jahren wieder mitspielen durften im internationalen Konzert." Für Burdenski selbst war es die wohl ereignisreichste Woche seines Lebens. Unmittelbar nach dem Spiel fuhr er mit dem Zug nach Hause, vier Tage darauf wurde Sohn Dieter geboren, der es später ebenfalls zu Nationalmannschafts-Ehren brachte. Zwischen 1977 und 1984 hütete "Budde junior" zwölfmal das deutsche Tor, 1978 stand er im deutschen Weltmeisterschafts-Kader in Argentinien, sechs Jahre später gehörte er zum Aufgebot für die Europameisterschaft in Frankreich.

Doch während Dieter 444 seiner 478 Bundesliga-Spiele für Werder Bremen absolvierte und dort heute noch als Torwart-Trainer fungiert, war der Senior ein echtes Schalker Urgestein. Seit 1935 war Herbert Burdenski Mitglied beim Gelsenkirchener Traditionsklub und arbeitete nach seiner aktiven Laufbahn als Ehren- und Aufsichtsrat in Schalke. Außerdem war er im vergangenen Jahr Gründungsmitglied des Schalker Ehrenpräsidiums. Der Klub nannte Burdenski in einer öffentlichen Mitteilung "einen seiner größten Fußballspieler".

Das Schalker Idol Ernst Kuzorra hatte den damals 13 Jahre alten Nachwuchskicker aus dem Stadtteil Erle bei den Stadtmeisterschaften der Gelsenkirchener Schulen 1935 entdeckt, ihn nach Schalke geholt und fortan seinen Werdegang gefördert. Im Alter von 18 Jahren schaffte Burdenski den Sprung ins Schalker Senioren-Team und kreierte mit Größen wie Kuzorra, Fritz Szepan und Otto Tibulsky den berühmten Schalker Kreisel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte Herbert Burdenski zu Werder Bremen, wo er in den 70er-Jahren als Trainer sogar Sohn Dieter betreute. Weitere Trainerstationen waren Borussia Dortmund, der MSV Duisburg, Rot-Weiß Essen, der Wuppertaler SV, der STV Horst-Emscher und Westfalia Herne.

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