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Fußball : DFB bewirbt sich um EM 2024

Der Deutsche Fußball-Bund bewirbt sich um die Ausrichtung der Fußball-EM 2024. Das gab DFB-Präsident Wolfgang Niersbach bei der Eröffnung des DFB-Bundestages am Donnerstag in Nürnberg bekannt.

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Holt den Pokal her! Deutsche Fans hoffen auf die EM 2024.
Holt den Pokal her! Deutsche Fans hoffen auf die EM 2024.Foto: Imago

Michel Platini durfte jetzt nicken. Und Platini, der Präsident der Europäischen Fußball-Union (Uefa), nickte. Die Nachricht war nun auch in der französischen Übersetzung bei ihm angekommen. Sie lautete: Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bewirbt sich um die Ausrichtung der Europameisterschaft im Jahre 2024. Das gab Wolfgang Niersbach, der Präsident des DFB, am Donnerstag bei der Eröffnung des DFB-Bundestages in Nürnberg bekannt. „Die Uefa soll das sehr frühzeitig wissen“, sagte Niersbach.

Kurz zuvor hatte der DFB seine neue offizielle Hymne vorgestellt – ein staatstragendes Stück mit viel Pauken. Niersbachs Ankündigung, sich um die EM 2024 zu bewerben, kam ebenfalls einem Paukenschlag gleich – obwohl die Idee im Verband schon länger existierte. Unter anderem hatte die Deutsche Fußball-Liga (DFL) vor ein paar Monaten von ihrem Schwesterverband eine entsprechende Initiative gefordert. Christian Seifert, der Vorsitzende der Geschäftsführung der DFL, sagte im Juni, dass eine EM in Deutschland eine gute Gelegenheit wäre, in die dann nicht mehr ganz so modernen Stadien zu investieren. Diesem Wunsch der DFL ist der DFB nun nachgekommen. Das Präsidium des Verbandes sprach sich am Mittwoch einstimmig dafür aus, sich um die EM zu bewerben.

„Wir rechnen uns gute Chancen aus“, sagte Niersbach einen Tag vor seiner anstehenden Wiederwahl. Immerhin liege die erfolgreiche WM 2006 dann bereits 18 Jahre zurück. Und eine EM-Endrunde hat der DFB bisher nur einmal ausgerichtet – das war 1988, also noch vor der Wiedervereinigung. Die Chancen für den DFB stehen auch deshalb nicht schlecht, weil die EM-Endrunden ab 2016 mit dann 24 Teilnehmern eine Dimension erreicht haben werden, die für kleinere Länder wohl nicht mehr realisierbar ist. Nach Frankreich (2016) wird es daher 2020 kein alleiniges Ausrichterland geben: Die 51 Spiele werden dann in 13 Städten in 13 verschiedenen Ländern ausgetragen. Der DFB hat sich mit München für dieses Turnier beworben. München, das sich gegen Berlin durchgesetzt hatte, wird als Bewerberstadt ins Rennen der Pan-Europa-EM geschickt. Ob in sieben Jahren drei Vorrundenspiele und ein K.-o.-Spiel in der bayerischen Landeshauptstadt stattfinden sollen oder beide Halbfinals sowie das Endspiel, entscheidet die Uefa im September 2014. Durch die jüngste Ankündigung Niersbachs könnte der DFB praktisch für die Finaloption 2020 ausscheiden.

Die Entscheidung über die Vergabe der EM 2024 wird voraussichtlich 2017 erfolgen. Dann dürfte auch schon eine andere Entscheidung gefallen sein, nämlich die, ob die Olympischen Winterspiele 2022 eventuell in München und Umgebung stattfinden. Am 10. November finden in München, Garmisch-Partenkirchen und den Landkreisen Traunstein und Berchtesgaden Bürgerentscheide statt. Vier positive Bürgervoten sind Voraussetzung für die Einreichung einer erneuten Bewerbung beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

Inwiefern ein positiver Olympia-Entscheid für München 2022 die Aussichten des DFB auf die Ausrichtung der EM zwei Jahre später beeinträchtigen könnte, ist unabsehbar. Das EM-Turnier 2024 ist offiziell noch nicht einmal ausgeschrieben. Es gibt noch keine weiteren Bewerber. Dennoch fand die Offensive Niersbachs Anklang. „Es ist Zeugnis eines selbstbewussten Verbandes und reflektiert die Wertschätzung, die der Verband auch international bekommt“, sagte IOC-Präsident Thomas Bach. „Ich habe die Botschaft vernommen“, sagte Platini in seinem Grußwort an die DFB-Delegierten. Weitergehende Hoffnungen machte der Uefa-Präsident dem DFB allerdings nicht. „Ich bin neutral.“

Für Joachim Löw wäre es „sensationell, wenn das klappen würde“. Man habe ja bei der WM 2006 gesehen, „was so ein Turnier im eigenen Land auslösen kann“. Löw selbst, der seinen Vertrag gerade bis 2016 verlängert hat, wird es nicht mehr treffen. „Das ist eher unwahrscheinlich, dass ich dann noch Bundestrainer bin.“

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