• Fußball-EM der Frauen: 1:2 gegen Dänemark - Deutschland im Viertelfinale ausgeschieden
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Fußball-EM der Frauen : 1:2 gegen Dänemark - Deutschland im Viertelfinale ausgeschieden

Sensation in Rotterdam: Dauer-Europameister Deutschland scheitert bei der EM 2017 nach schwacher Leistung gegen Dänemark schon im Viertelfinale.

Anja Mittag kann es nicht fassen. Für die deutschen Frauen ist die EM bereits nach dem Viertelfinale vorbei. Foto: dpa
Anja Mittag kann es nicht fassen. Für die deutschen Frauen ist die EM bereits nach dem Viertelfinale vorbei.Foto: dpa

Die deutschen Fußballerinnen müssen ihren Traum vom neunten EM-Titel begraben. Mit rund 15 Stunden Verspätung unterlag die Mannschaft von Bundestrainerin Steffi Jones am Sonntag im Viertelfinale der Auswahl Dänemarks in Rotterdam knapp mit 1:2 (1:1) und verpasste erstmals seit dem Titelgewinn 1987 den Einzug in die Vorschlussrunde der kontinentalen Titelkämpfe.

Isabel Kerschowski brachte den Titelverteidiger in der wegen der heftige Regenfälle von Samstag auf Sonntag verschobenen Partie bereits in der 3. Spielminute in Führung, Nadia Nadim (49.) gelang kurz nach der Pause der nicht unverdiente Ausgleich für die Däninnen, ehe Theresa Nielsen (83.) den Siegtreffer erzielte. „Wir sind einfach mega-enttäuscht. Wir haben uns ganz viel hier vorgenommen, da ist man einfach nur traurig und enttäuscht“, sagte Verteidigerin Lena Goeßling.

Im Halbfinale trifft Dänemark am kommenden Donnerstag in Breda entweder auf EM-Neuling Österreich oder Spanien. Gastgeber Niederlande hatte schon am Samstag mit einem 2:0 gegen den Olympia-Zweiten Schweden als erste Nation die Vorschlussrunde erreicht.

Jones blieb bei ihrer Anfangsformation, für die sie sich bereits am Samstag entschieden hatte. Erstmals bei dieser EM rückte Mittelfeldspielerin Linda Dallmann neben Anja Mittag in die Sturmspitze. In der Innenverteidigung spielte die erfahrene Wolfsburgerin Lena Goeßling, die im letzten Gruppenspiel beim 2:0 gegen Russland ein tolles Comeback nach mehr als acht Monaten Verletzungspause gefeiert hatte.

Deutschland ging früh 1:0 in Führung - das gab aber keine Sicherheit

Nach den sintflutartigen Regenfällen am Vortag lugte am Sonntag wenigstens zeitweise die Sonne hervor, auch wenn es während der Partie immer wieder kräftige Schauer gab. Der Rasen präsentierte sich zumindest zum Anpfiff als sattes Grün und war gut bespielbar, was den beiden eher offensiv ausgerichteten Teams sichtlich gut gefiel.

Regen gab es auch am Sonntagmittag - Fußball zum Glück ebenfalls, wenn auch aus deutscher Sicht keinen erfolgreichen. Foto: AFP
Regen gab es auch am Sonntagmittag - Fußball zum Glück ebenfalls, wenn auch aus deutscher Sicht keinen erfolgreichen.Foto: AFP

Der Titelverteidiger erwischte vor 5251 Zuschauern - weniger als am Samstag gekommen waren - einen optimalen Start. Schon nach wenigen Minuten gelang der DFB-Elf der langersehnte erste Turniertreffer aus dem Spiel heraus. Wenn auch unter Mithilfe der dänischen Torhüterin Stina Petersen, die große Mühe beim Distanzschuss von Kerschowski von der Strafraumgrenze hatte und sich den Ball dann schließlich selbst ins Tor boxte. Kurz darauf hatte Sara Däbritz (6.) mit einem Schuss aus der Drehung fast das 2:0 erzielt, doch diesmal war Petersen aufmerksam.

Direkt im Gegenzug ließ die für Wolfsburg spielende Torjägerin Pernille Harder eine gute Ausgleichsmöglichkeit liegen, als sie das DFB-Tor aus spitzem Winkel nur hauchdünn verfehlte. Kristin Demann (7./24.) und Sara Doorsoun (44.) scheiterten mit Versuchen aus der Ferne an Petersen, die sich nach ihrem Fauxpas beim 0:1 längst wieder gefangen hatte und nach dem Wechsel auch zweimal gegen die agile Dallmann parierte.

Aber auch der nie aufsteckende Gegner hatte durch Sanne Troelsgaard (51.), deren Versuch DFB-Keeperin Almuth Schult mit dem Fuß parierte, Katrine Velje (57.), die aus kurzer Distanz nur die Latte traf, zunächst beste Chancen auf den sechsten Sieg gegen Deutschland im 22. Duell vergeben. Dann zerstörte Nielsen den deutschen EM-Traum. „Uns hat einfach die Aggressivität und die Überzeugung gefehlt“, sagte Torhüterin Almuth Schult. „Es ist bitter, wie dieses Aus zustande kommt: Wenn man seit Wochen den Rhythmus hat und dann hier um 11 Uhr raus muss zum Warmmachen, das ist eine ziemliche Katastrophe.“ (dpa)

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