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Interview mit Dortmunds Nationalverteidiger : Mats Hummels: "Ich spüre jetzt das Vertrauen"

29.02.2012 00:00 Uhrvon
Mats Hummels, 23, wurde in der Jugendabteilung des FC Bayern groß, absolvierte aber für die Münchner nur ein Bundesligaspiel. Vor drei Jahren wechselte der Innenverteidiger nach Dortmund, zunächst Jahr auf Leihbasis, ein Jahr später dann komplett. Am 6. Mai 2010 bestritt er gegen Malta sein erstes von bisher zwölf Länderspielen. Foto: AFPBild vergrößern
Mats Hummels, 23, wurde in der Jugendabteilung des FC Bayern groß, absolvierte aber für die Münchner nur ein Bundesligaspiel. Vor drei Jahren wechselte der Innenverteidiger nach... - Foto: AFP

Nationalverteidiger Mats Hummels spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über Bundestrainer Joachim Löw, seine Qualitäten als Spielmacher und verbotene lange Bälle aus der Abwehr.

Herr Hummels, wir wollten Ihnen ein Kompliment machen.

Ein Kompliment? Wofür?

Weil Sie es geschafft haben, Joachim Löw im Spiel gegen Holland sogar beim Stand von 3:0 noch zur Weißglut zu treiben.

Ja, mit einem langen Ball in der 90. Minute. Das weiß ich noch. Der Ball an sich war einfach schlecht gespielt, da hätte ich mich als Trainer auch aufgeregt. Aber wenn es bei einem in 90 Minuten bleibt, ist das nicht allzu verwerflich.

Beim Bundestrainer stehen lange Bälle aus der Abwehr auf dem Index.

Das weiß ich. Aber mich erstaunt ehrlich gesagt, wie lange sich dieses Thema jetzt schon hält.

Selbst nach einem Jahr bekomme ich immer noch zu hören, dass ich zu viele lange Bälle spiele. Wissen Sie, wie viele es in den letzten fünf Länderspielen waren? Exakt drei. Am Anfang war das anders, weil ich es aus dem Verein einfach gewohnt war. Da sollen wir sogar lange Bälle spielen. Die anderen Spieler wollen das, sie rechnen auch damit. In der Nationalmannschaft funktioniert das nicht, und darauf habe ich mich eingestellt. Es kann ja nicht sein, dass die anderen zehn sich an mein Spiel anpassen müssen.

Ist die Umstellung schwierig?

Nein, das geht mittlerweile ganz einfach. Ich habe zwei, drei Spiele gebraucht, danach war es kein Problem mehr. Auch weil ich zuletzt öfter bei der Nationalmannschaft dabei war und regelmäßig gespielt habe. Außerdem schlagen wir die Bälle in Dortmund ja auch nicht immer lang und weit nach vorne.

Mit dem BVB rocken Sie jetzt schon im zweiten Jahr die Bundesliga. In der Besetzung der Nationalmannschaft spiegelt sich das allerdings nicht unbedingt wieder. Können Sie das erklären?

Das liegt daran, dass der Fußball in Dortmund nicht ganz der gleiche ist wie in der Nationalmannschaft. Nehmen Sie Marcel Schmelzer. Der marschiert beim BVB als Linksverteidiger die Linie rauf und runter und reißt die Kilometer ab, hier wird ein bisschen weniger Laufarbeit verlangt. In Dortmund dürfen wir auch riskantere Bälle spielen, Joachim Löw legt mehr Wert auf Sicherheit im Passspiel. Daran muss man sich erst gewöhnen, und deshalb sind von uns auch nicht ganz so viele Spieler in der Nationalmannschaft dabei wie von den Bayern.

Der Ansatz der Dortmunder ist erst einmal defensiv. Ist das der große Unterschied zur Nationalmannschaft?

Die Nationalmannschaft wird da vielleicht ein bisschen verklärt. Auch hier wird viel Wert auf die Defensive gelegt, wir üben das sogar teilweise mit sehr ähnlichen Übungen wie in Dortmund. Dass die Nationalmannschaft offensiver spielt, liegt auch daran, dass wir es zuletzt in der EM-Qualifikation mit deutlich schlechteren Gegnern zu tun hatten, gegen die wir 80 Minuten lang das Spiel machen müssen.

Aber Joachim Löw nimmt bei der Defensive sogar bewusst Abstriche in Kauf, weil ihm die Offensive wichtiger ist. Ärgert das einen Verteidiger?

Für einen Verteidiger ist es immer einfacher, wenn alle elf mit nach hinten arbeiten. Das kann man sich ja denken. Sonst sieht es so aus wie gegen die Ukraine, als wir in der Defensive oft zu dritt gegen drei Stürmer gestanden haben. Wenn dann schnelle Angriffe auf dich zukommen, wird es schwierig. Aber dazu hat man diese Testspiele ja auch - damit man genau erkennt, was man noch verbessern muss. Gegen Holland hat man gesehen, wie es funktioniert, wenn alle konzentriert defensiv und offensiv arbeiten.

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