Sport : Fußball für Götter

André Görke

Die Kirche hat keinen Humor? Von wegen! Am Freitag finden in Eichkamp die „German Popen Open“ statt, das ist das traditionelle Fußballturnier der evangelischen und katholischen Kirche. Angelehnt an das Motto des ökumenischen Kirchentages „Ihr sollt ein Segen sein“, lautet das Motto der kickenden Pfarrer: „Ihr sollt ein Gegner sein.“

Auf den Fußballplätzen von Tennis Borussia am Mommsenstadion treten zwölf Teams an. „Göttliche Grashüpfer“ aus dem Erzgebirge etwa, oder „PassTor Westfalia“ aus Dortmund. Die Spieldauer beträgt 15 Minuten, es wird auf Kleinfeld gekickt.

Übertriebene Zurückhaltung ist beim kirchlichen Kick nicht zu erwarten. „Das ist ein Spaßturnier, aber es wird richtig zur Sache gehen. Glauben Sie mir, auch Pfarrer können grätschen“, sagt Bernhard Felmberg, der Sportbeauftragter der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg.

Vor dem Anpfiff werden sich die Fußballer in der Mannschaftskabine zusammensetzen und beten, „in erster Linie für die Fairness, aber vielleicht beten auch einige für den Sieg“, sagt Felmberg. Der Turniersieger erhält den „Steinacker-Cup“, benannt nach Peter Steinacker, dem Präsidenten der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau. Der Pokal wird alle zwei Jahre im Rahmen des Kirchentages ausgetragen. „Das ist ein Wanderpokal, den darf man sich ein bisschen anschauen, berühren – aber dann kommt er zurück zu uns in den Schrank“, sagt Bernhard Felmberg. „Das ist wie in der Champions League.“

Erfahrungswerte der „Popen Open“ besagen, dass Katholiken weniger in der Kabine beten, sondern sich bekreuzigen, wenn sie das Spielfeld betreten. So mancher Bundesligaprofi macht das auch. Als der brasilianische Nationalspieler Lucio vor einer Woche mit seinem Klub Bayer Leverkusen den Klassenerhalt schaffte,dapräsentierte er vor den Fans und Fernsehkameras ein Shirt mit dem Aufdruck: „Danke Jesus.“

Ach ja, noch etwas ist wie im normalen Fußball. Nach der Siegerehrung um 15.30 Uhr gehen die Mannschaften erst duschen – „und dann in die Kneipe“, sagt Felmberg.

Beginn 11.30 Uhr, Sportanlage Kühler Weg, der Eintritt ist frei.

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