• „Fußball hinter der Düne“ : „Fußball hinter der Düne“ Westerlands Bürgermeisterin über die Insel Sylt

„Fußball hinter der Düne“ : Westerlands Bürgermeisterin über die Insel Sylt als Trainingsquartier der Nationalmannschaft

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Guten Morgen, Frau Reiber. Wie ist das Wetter bei Ihnen?

Kühl und nass und natürlich windig, aber das ist gut für das Immunsystem. Wir sind ja auf einer Insel.

Und das will sich Bundestrainer Jürgen Klinsmann antun?

Ja, davon habe ich gehört. Vor der Fußball-WM 2006 will er sich mit seinen Spielern auf Sylt erholen. Aber Klinsmann käme ja im Sommer, da ist es warm.

Und sehr windig.

Machen Sie sich mal keine Sorgen, Fußballspielen kann man auf Sylt immer. Der Franz Beckenbauer war mal hier. Ich habe ihn auf dem Fußballplatz kennen gelernt. Er hat bei einem Benefizspiel vor zehn Jahren in unserem Sylt-Stadion in Westerland mitgemacht. Ich war schwanger damals und sah aus, als hätte ich den Ball verschluckt – aber immerhin: Ich durfte mit Beckenbauer den Anstoß ausführen. Richten Sie ihm aus, er soll auf einen Kaffee ins Rathaus kommen, dann klären wir das mit dem Quartier.

Sie kennen allerhand Sportprominenz auf Ihrer Insel. Günter Netzer macht bei Ihnen Urlaub, Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher schläft im Dorint-Hotel …

Dort hat Beckenbauer auch gewohnt, mit Fritz Walter und Rummenigge. Das Hotel liegt hinter einer Düne, gleich am Strand – und direkt daneben liegt unser Fußballplatz. Feinste Meerwassertröpfchen fliegen durch die Luft. Das ist gut für eine Fußballerlunge.

Schön. Aber was ist mit der Sicherheit?

Wir haben 37 Polizisten auf der Insel. Und wenn Klinsmann kommt, holen wir Verstärkung vom Festland.

Hat das Sylt-Stadion eine Flutlichtanlage?

Im Sommer ist es doch eh bis 23 Uhr hell. Aber falls Klinsmann will, kann er auch auf den Schulsportplatz ausweichen, nach Sylt-Ost, der hat Scheinwerfer.

Sollen die Fußballer wie die normalen Urlauber mit dem Autoreisezug auf die Insel kommen?

Nein, die sollten doch besser mit dem Flugzeug kommen. Die haben doch so viel Gepäck dabei.

Wo soll denn das Flugzeug landen? Auf der großen Wiese vor Westerland?

Sie meinen bestimmt den viertgrößten Flughafen Deutschlands, oder? In Westerland sind schon Airbus-Maschinen gelandet. Da dürften ein paar Fußballer kein Problem sein.

Das Gespräch führte André Görke

Petra Reiber, 47,

ist seit 14 Jahren

Bürgermeisterin

(parteilos) von

Westerland auf Sylt. Die Stadt hat 9300 Einwohner und 25 000 Gästebetten.

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