Fußball : Jüptner-Witwe verliert Prozess

Die Witwe des ehemaligen Fußballprofis Axel Jüptner hat den Prozess um Schadenersatz und Schmerzensgeld nach dem Tod ihres Mannes verloren. Jüptner war 1998 nach dem Training an plötzlichem Herzversagen gestorben.

Gera - Nach der Überzeugung des Landgerichts Gera konnte dem Mannschaftsarzt des Zweitligisten FC Carl Zeiss Jena, Herbert Zitzman, kein Fehler bei Jüptners Einstellungsuntersuchung nachgewiesen werden, berichtet "Spiegel Online". In der Urteilsbegründung stützte sich das Gericht auf ein Gutachten, das den Arzt von Behandlungsfehlern freisprach. Jüptners Witwe denke nun darüber nach, in Berufung zu gehen.

Sie sei der Ansicht, dass der Mediziner ihrem Mann ein Trainingsverbot hätte erteilen müssen. In einem von ihr in Auftrag gegebenen Gutachten heißt es: "Bei einem rechtzeitigen Spielverbot hätte für Herrn Jüptner zumindest eine Rettungschance für Gesundheit und Leben bestanden bzw. es kann nahezu als gesichert gelten, dass die Verschlimmerung der Grundkrankheiten durch die vorausgehenden Fußballspiele und der Herzschock durch das Fußballspiel am 23. April 1998 nicht eingetreten wären." Das Gericht folgte in seinem Urteil jedoch einem zweiten Gutachten von Heinz-Peter Schultheiss, Direktor der kardiologischen Klinik der Berliner Charité. In diesem heißt es: "Es hat keinen Diagnosefehler gegeben."

Prozess zog sich über drei Jahre hin

Jüptners Witwe hatte im April 2004 auf mindestens 900.000 Euro Unterhalt und 26.000 Euro Schmerzensgeld sowie 15.000 Euro Beerdigungskosten geklagt. Der Musterprozess zog sich über drei Jahre hin und wurde zwischenzeitlich für 15 Monate unterbrochen.

Der damals 28-jährige Jüptner war am 23. April 1998 nach dem Training zusammengebrochen. Ein Rettungswagen brachte den Bewusstlosen auf die Intensivstation der Uniklinik Jena, kurz darauf wurde Jüptner in eine Spezialklinik nach Bad Oeynhausen geflogen. Dort starb der Profisportler einen Tag später an einem kardiogenen Schock, am plötzlichen Herztod. Der Fußballprofi hatte 113 Mal für Bayer 05 Uerdingen und den VfB Stuttgart in der Bundesliga gespielt.

Ein Jahr nach seinem Tod setzte die unabhängige Spieler-Gewerkschaft VdV im Deutschen Fußball-Bund (DFB) die "Weisung Jüptner" durch. Für alle Profis sind nun genaue fachärztliche innere Untersuchungen einmal pro Jahr Pflicht. (tso/dpa)

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