Fußball : Karlsruhe stürmt Richtung Bundesliga

Fußball-Zweitligist Karlsruher SC hat seine Aufstiegsambitionen eindrucksvoll untermauert. Der Tabellenführer gewann sein Heimspiel des 11. Spieltags gegen den TSV 1860 München nach starker zweiter Hälfte deutlich mit 4:1.

Karlsruhe - Die Badener bauten damit den Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsrang auf vorerst zehn Zähler aus. Die "Löwen" hingegen haben durch die vierte Saisonniederlage den Anschluss an die Aufstiegsränge vorerst verpasst. Dort hat Hansa Rostock den zweiten Rang durch einen 2:0 (0:0)-Erfolg beim SC Paderborn gefestigt und hält bei zwei Zählern Rückstand Anschluss zum KSC.

Im Tabellenkeller stellt sich die Lage für Eintracht Braunschweig derweil immer prekärer dar. Der Traditionsverein unterlag auch der SpVgg Unterhaching mit 2:3 (1:1) und liegt als Liga-Schlusslicht bereits vier Zähler hinter dem rettenden 14. Tabellenrang, wo nun Haching platziert ist. Auf einen Abstiegsrang gefallen ist Rot-Weiss Essen, das im Duell der Aufsteiger der TuS Koblenz mit 0:1 (0:0) unterlag.

Zähes Ringen

Im Karlsruher Wildparkstadion entwickelte sich vor 21.000 Fans bei dichtem Nebel zunächst ein zähes Ringen auf mäßigem Niveau. "In der ersten Halbzeit hatten wir etwas Probleme, 1860 stand sehr gut und hat die Räume dicht gemacht", konstatierte Trainer Edmund Becker, der sich dann aber über einen "Traumstart" der Seinen nach dem Seitenwechsel freuen konnte.

Innerhalb von neun Minuten entschied Karlsruhe die Partie. Den Auftakt besorgte Edmond Kapllani (46.) mit seinem sechsten Saisontor. Dem wollte Giovanni Federico (53.) nicht nachstehen, der das Ergebnis mit seinem achten Streich erhöhte. Nur eine Minute später sorgte dann Michael Mutzel nach glänzendem Federico-Zuspiel für die Vorentscheidung. "Wir haben sehr viele torgefährliche Spieler, das ist ein Garant für den Erfolg", bilanzierte Becker.

München ließ sich dennoch nicht hängen und hielt in einem nun sehr unterhaltsamen Spitzenspiel dagegen. Lohn der Mühen war das 1:3 durch Nicky Adler (67.). Für den bereits 29. Saisontreffer Karlsruhes und damit für die endgültige Entscheidung sorgte schließlich erneut der Albaner Kapllani (84.) mit seinem zweiten Streich.

Weniger torhungrig, aber ähnlich effektiv präsentierte sich wieder einmal Hansa Rostock vor 4797 Zuschauern im Paderborner Hermann-Löns-Stadion. Die Hausherren erspielten sich im ersten Abschnitt eine Feldüberlegenheit und prüften mehrfach Gäste-Keeper Mathias Schober. "Es war das Spiel, das wir erwartet haben. Beide wollten nach vorne spielen und wir waren in gewissen Situationen die abgezocktere Mannschaft", fasste Stefan Beinlich zusammen.

Führung durch Gledson

Im zweiten Abschnitt legte Hansa zu und ging nach einer Eckballvariante über Beinlich durch Gledson (57.) in Führung. "Genau diese Eckenvariante wollte der Trainer sehen und das hat funktioniert", meinte der Vorbereiter, wobei der Treffer durch einen Patzer von Keeper Tom Starke begünstigt war. Für die endgültige Entscheidung gegen aufgerückte Paderborner sorgte dann kurz vor dem Abpfiff der engewechselte Djordjije Cetkovic (89.).

Im Kellerduell zwischen Schlusslicht Braunschweig und Unterhaching dauerte es keine zwei Minuten, ehe Paul Thomik für die Gäste traf und die 14.000 Zuschauer im Stadion an der Hamburger Straße ihrem Unmut freien Lauf ließen. Braunschweig war einige Minuten geschockt, forcierte dann aber die Angriffsbemühungen und kam durch Jürgen Rische (37.) per Foulelfmeter zum Ausgleich.

Sieg über die Zeit gebracht

Die Eintracht versuchte über den Kampf zu Erfolg zu kommen und erlangte so ein Übergewicht, woraus aber kaum Torchancen resultierten. Seltener aber zwingender tauchten die Münchner Vorstädter vor dem Tor auf und schockte das Schlusslicht mit dem erneuten Rückstand durch Babacar N'Diaye (75.). Nach dem 3:1 für die Gäste durch einen von Stefan Buck verwandelten Strafstoß zeigte Braunschweig zwar Moral und schlug durch Lars Fuchs (87.) noch einmal zurück, anschließend brachte Unterhaching den zweiten Auswärtssieg aber über die Zeit.

Die Partie in Essen riss die 9030 Zuschauer im Georg-Melches Stadion im ersten Abschnitt nicht von den Sitzen. Koblenz stand sehr defensiv und RWE fehlte es an der nötigen Kreativität, den Abwehrriegel zu knacken. Nach der Pause intensivierte Essen seine Bemühungen, doch nach gut 20 Minuten verpuffte der Offensivdrang wieder. Als sich alle auf eine Punkteteilung eingestellt hatten, schlug unverhofft der kurz zuvor eingewechselte Kenan Sahin (82.) zu. (Von Tobias Dornheim, ddp)

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