Fussball : Klinsmann sieht sich als Opfer

Jürgen Klinsmann geht in die Offensive. 23 Tage nach seinem Rauswurf beklagt er sich über das mangelnde Vertrauen in ihn.

Berlin"Viele Dinge wurden mir angekreidet, für die ich nichts konnte", sagte Klinsmann vor seinem Auftritt an diesem Mittwoch bei RTL (22.15 Uhr), wo er sich bei stern tv live den Fragen von Günther Jauch stellen wird. "Das war eigentlich das Schmerzlichste an der Sache, dass man das Gefühl hatte, man hätte diesen Job erledigen können. Ich hätte die Mannschaft zur Meisterschaft führen können", sagte Klinsmann.

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge wollte das am Dienstag in einem Gespräch mit dem Pay-TV-Sender Premiere nicht kommentieren: "Wenn man sich von einem Trainer trennt, ist das nie so eine sympathische Angelegenheit. Wir werden nicht nachtreten und keine schmutzige Wäsche waschen." Auch Klinsmann, der laut Rummenigge derzeit weiterhin anteilsmäßig vom FC Bayern bezahlt wird, will dies nicht.

Fünf Spieltage vor dem Saisonende hatte sich die Vereinsführung des deutschen Fußball-Rekordmeisters in Sorge um das Erreichen der Champions League vom ehemaligen Bundestrainer getrennt. Die Verantwortlichen waren nicht mehr davon überzeugt, unter Klinsmann die Saisonziele erreichen zu können und setzten für den Saisonendspurt Jupp Heynckes als letzte Rettung ein.

Von Klinsmann gab es bisher nur eine kurze Stellungnahme auf der offiziellen Internetseite des FC Bayern, in der er sich sehr enttäuscht über den Rauswurf zeigte. "Wir haben den Grundstein gelegt für die Zukunft. Ich glaube noch immer daran, dass die Mannschaft in dieser Saison deutscher Meister werden kann", hatte Klinsmann zu seinem Wirken beim FC Bayern betont.

Der gebürtige Schwabe wollte den Münchner Club auf Dauer in der europäischen Spitze etablieren. Nachdem die Münchner in der noch laufenden Saison aber alle wichtigen Spiele verloren hatten, wie Hoeneß betonte hatte, was mit dem bitteren Aus im Viertelfinale in der Champions League und DFB-Pokal verbunden war, entschieden die Bayern-Chefs kurzfristig Klinsmann rauszuwerfen.

Über Klinsmanns mögliche sportliche Zukunft, seine Ambitionen und seinen familiären Planungen war bisher nichts bekannt geworden. Im Vorfeld seines ersten TV-Interviews nach über mehr als Wochen verriet der 44 Jahre alte Klinsmann nun, dass er mit seiner Familie gern in München bleiben möchte. (aku/dpa)

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