Fußball : Leonid Sluzki neuer russischer Nationaltrainer

Der WM-Gastgeber 2018 hat endlich einen neuen Nationaltrainer. Leonid Sluzki folgt auf den entlassenen Fabio Capello - und soll Russland erst einmal zur EM führen.

Neuer Hoffnungsträger in Russland. ZSKA-Coach Leonid Sluzki ist jetzt auch für die Nationalmannschaft verantwortlich. Foto: dpa
Neuer Hoffnungsträger in Russland. ZSKA-Coach Leonid Sluzki ist jetzt auch für die Nationalmannschaft verantwortlich.Foto: dpa

Leonid Sluzki tritt das Erbe von Fabio Capello als Trainer der russischen Nationalmannschaft an. Der Coach des Erstligisten ZSKA Moskau soll das schwach in die Qualifikation gestartete Team doch noch zur Europameisterschaft 2016 führen. „In Anbetracht der erfolgreichen Arbeit bei ZSKA wird Leonid Sluzki alles für eine EM-Qualifikation der Sbornaja tun“, sagte Sportminister Witali Mutko am Freitag. Er nannte den Coach einen „großen Profi“.

Der 44-Jährige soll zugleich Trainer von ZSKA bleiben - ein Schritt, den nicht alle gut finden. Sluzki dankte seinem Club, dass er beide Posten gleichzeitig ausüben darf. Er wolle alles dafür tun, dass sein Engagement für die Nationalmannschaft nicht den Erfolg von ZSKA beeinträchtige. Vom Italiener Capello hatte sich Russlands Fußball-Verband RFS nach einer langen Misserfolgsserie der Mannschaft im Juli getrennt.

„Angesichts der schwierigen Situation der Nationalmannschaft konnte ich das Angebot nicht ablehnen“, sagte Sluzki. Er nannte die Aufgabe eine „große Ehre und Verantwortung“. Sluzki, der zuletzt zweimal die russische Meisterschaft mit ZSKA gewonnen hatte, soll das Team in der EM-Qualifikation wieder auf Kurs bringen. Doch das wird schwierig, denn mit nur acht Punkten aus sechs Spielen droht dem WM-Gastgeber von 2018 in der Qualifikation das Aus. Russland steht in seiner Gruppe auf dem dritten Platz hinter Österreich und Schweden. Ein Ticket für das Turnier erhalten aber nur die Erst- und Zweitplatzierten sowie der beste Drittplatzierte der neun Qualifikationsgruppen.

Die Doppelfunktion von Sluzki gefällt nicht jedem

Kritik an der Doppelaufgabe kam vom früheren sowjetischen Stürmerstar und ZSKA-Ex-Trainer Waleri Gassajew. „Ich bin kategorisch gegen eine Vermischung eines Cheftrainers im Verein und in der Nationalmannschaft“, sagt er der Agentur Tass. Zudem fände er es wünschenswert, schon jetzt den Coach zu benennen, der die Sbornaja bis zur Weltmeisterschaft im eigenen Land 2018 führen soll. Gassajew begrüßte, dass nun ein Russe die Mannschaft trainiere.

Ursprünglich sollte der Italiener Capello das Team zur WM 2018 führen. Doch stand er zunehmend in der Kritik, nachdem die Mannschaft innerhalb von anderthalb Jahren lediglich zwei Siege verbuchen konnte. Capello war seit 2012 unter Vertrag. Nach zähen Verhandlungen war er Mitte Juli mit einer Millionenabfindung entlassen worden. (dpa)

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