Fußball : McClaren wird Englands Nationaltrainer

Steve McClaren, derzeit Trainer des Premier-League-Klubs Middlesbrough, wird das Traineramt der englischen Nationalmannschaft im Anschluss an die WM übernehmen.

London - Steve McClaren wird nach der Fußball-WM in Deutschland (9. Juni bis 9. Juli) Trainer der englischen Nationalmannschaft. Das teilte der Fußball-Verband FA am Donnerstag mit. Der 45 Jahre alte Coach trainiert seit 2001 den Premier-League- Club FC Middlesbrough, den er in dieser Saison überraschend ins UEFA- Pokal-Finale führte. McClaren ist seit Oktober 2000 bereits Assistent von Englands Nationalcoach Sven Göran Eriksson. Der Schwede muss wegen der «Scheich-Affäre» nach der WM gehen.

McClaren unterschrieb einen Vierjahresvertrag, der ab 1. August in Kraft tritt. «Dies ist der stolzeste Moment in meiner Karriere. Es gibt keine größere Ehre, als sein Land trainieren zu dürfen», sagte er bei seiner Präsentation durch die FA. «Heute bin ich der stolzeste Mann in England.» McClaren kündigte an, mit England bei der EM 2008 in Österreich und der Schweiz sowie WM 2010 in Südafrika den Titelgewinn anzustreben: «England ist reif für einen großen Titel. Unsere Zukunft sieht sehr, sehr rosig aus.»

McClaren war nicht erste Wahl der FA, doch Wunschkandidat Luiz Felipe Scolari hatte den Engländern vergangene Woche abgesagt. Der Brasilianer, der derzeit das portugiesische Team betreut, fühlte sich dem Druck der englischen Boulevardpresse nicht gewachsen.

Während McClaren Unterstützung aus der Premier League erhielt, zeigten ihm die Fans die kalte Schulter. Bei einer Umfrage der BBC stimmten 76 Prozent der englischen Fußballinteressierten gegen den farblos erscheinenden Coach. Manchesters Trainerlegende Alex Ferguson gratulierte seinem früheren Assistenten: «Ich denke, es ist eine gute Entscheidung. Er kennt die Spieler und hatte eine gute Lehre.» Auch Eriksson sprach sich für seinen Co-Trainer aus: «Er ist extrem gut und ein rundum perfekter Trainer.»

Als Cheftrainer hat McClaren erst einen Titel gewonnen: Den weniger bedeutenden Ligapokal 2004. Allerdings war er als Assistent von Ferguson daran beteiligt, dass Manchester United 1999 das «Triple» - Champions League, englische Meisterschaft und FA-Pokal - gewann. Am 10. Mai kann er mit Middlesbrough im UEFA-Pokalfinale in Eindhoven gegen den FC Sevilla seinen größten Erfolg feiern. (tso/dpa)

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