Sport : Fußball-Nationalelf: Schlecht gelaufen

Rudi Völlers Erfolgsserie als Teamchef der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist gerissen. Mit dem 1:2 (0:0) in Kopenhagen gegen Dänemark bezog die DFB-Auswahl im vierten Spiel ihre erste Niederlage unter der Regie des 40-Jährigen, der nach insgesamt acht Siegen und zwei Unentschieden mit Bayer Leverkusen und der Nationalelf den Nimbus der Unschlagbarkeit verlor. Vor 17 600 Zuschauern im Stadion Parken erzielte Dennis Rommedahl vom PSV Eindhoven in der 56. und 65. Minute die beiden Tore für die Dänen, die erstmals seit dem EM-Finale 1992 in Göteborg gegen Deutschland triumphierten. Mit seinem achten Länderspieltor zum 2:1 in der 82. Minute konnte der Münchner Mehmet Scholl die erste deutsche Niederlage seit dem 0:3 im EM-Vorrundenspiel gegen Portugal nicht mehr abwenden.

"Die Dänen haben besser und engagierter gespielt. Wir waren nicht so aggressiv wie zuletzt. Mit 80 oder 90 Prozent kann man gegen einen solchen Gegner nicht gewinnen. Das Problem lag bei uns im Mittelfeld. Da waren wir viel zu weit weg von den Leuten", sagte Völler, der in seiner Mannschaft auch die Laufbereitschaft vermisste: "Sonst kann man nicht gewinnen. Wir müssen einfach immer Gas geben." Abwehrchef Jens Nowotny, noch bester deutscher Akteur, erklärte: "Heute war es eine Kopfsache. Die 100-prozentige Einstellung hat leider gefehlt. Es war keine Harmonie im Spiel, sondern nur Kampf."

39 Tage nach dem triumphalen 1:0-Erfolg in London präsentierte sich die gegenüber dem Duell im Wembleystadion auf vier Positionen veränderte deutsche Mannschaft zwar durchaus ambitioniert, aber spielerisch längst nicht überzeugend. Eine enttäuschende Vorstellung lieferte vor allem das Mittelfeld, aus dem viel zu wenig Impulse kamen. Aber auch die Abwehr, in der häufig die Aufgabenverteilung nicht klar schien, ließ diesmal viele Wünsche offen. Auch der Hamburger Ingo Hertzsch, erster Debütant in der Ära Völler, konnte die sich immer wieder auftuenden Löcher nicht stopfen. Blass blieben auch die Angreifer Oliver Bierhoff und Alexander Zickler, von denen praktisch keine Torgefahr ausging.

Im letzten Länderspiel des Jahres kam die deutsche Mannschaft nur schwer in Tritt. Das lag an der ungewohnt hohen Fehlerquote in der Offensive, aber auch an dem sehr variablen Spiel der Dänen. Die nach ihrer EM-Pleite ebenfalls im Neuaufbau befindlichen Skandinavier, die unter ihrem neuen Coach Morten Olsen zuletzt vier Mal ungeschlagen blieben, überraschten mit einem 4-2-4-System und überfallartigen Angriffen. Gefährlich wurde es immer wieder dann, wenn Rommedahl als vierter Spieler in die Spitze rückte. Dabei gab es mehrfach Zuordnungsprobleme, wenn Jörg Heinrich oder Christian Ziege in der Hintermannschaft, die als Dreier-Kette ausgerichtet war, aushelfen mussten. Heinrich musste nach dem Ausfall des an Grippe erkrankten Berliner Sebastian Deisler auf der für ihn ungewohnten Position im rechten Mittelfeld agieren. So spielte gestern zunächst kein Herthaner in der Nationalelf. In der 68. Minute wurde dann Wosz für Linke eingewechselt, doch der Berliner konnte ebenso keine Akzente setzen.

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