Sport : Fußball-Nationalmannschaft: Teamchef Völler fehlt Personal

Die schwere Verletzung von Jens Nowotny stürzt Rudi Völler vor dem Auftritt beim Welt- und Europameister Frankreich in große Personalsorgen. Nach dem definitiven Ausfall der Berliner Sebastian Deisler und Stefan Beinlich muss der DFB-Teamchef für die Länderspiel-Premiere 2001 am 27. Februar in Paris (20.45 Uhr/live in der ARD) auch auf seine wichtigste Defensivkraft verzichten. Nowotny zog sich beim 1:2 in Rostock einen Riss des Syndesmosebandes zu und fällt bis zu acht Wochen aus.

"Jeder weiß, wie wichtig Jens in der Nationalmannschaft ist", sagte Völler. Auch die WM-Qualifikationsspiele am 24. März gegen Albanien und am 28. März in Griechenland werden nach der ärztlichen Diagnose nun ohne Nowotny stattfinden. "Es gibt sicher mehrere Alternativen", bemerkte der Teamchef im Hinblick auf die Neubesetzung der Libero-Position. Erster Kandidat für den wichtigen Posten ist jetzt trotz seines spielentscheidenden Patzers in Unterhaching der wieder erstarkte Jens Jeremies.

"Er ist auf jeden Fall wieder dabei, unabhängig von der Position", bestätigte Völler am Sonntag die Rückkehr von Jeremies in die Nationalelf, für die der Münchner letztmals bei der verkorksten EM 2000 gespielt hatte. "Es ist schön, wenn man weiß, dass man einen Jens Jeremies dort einsetzen kann. Er ist ein wichtiger Spieler, auch wegen seiner Vielseitigkeit", sagte Völler. Die zwischenzeitlichen Rücktrittsgedanken beim Sachsen Jeremies seien endgültig vom Tisch: "Das waren alles Kleinigkeiten."

Auch die Nominierung von Marko Rehmer für das Frankreich-Spiel ist noch ungewiss. Herthas Verteidiger plagt sich seit Wochen mit muskulären Problemen im Oberschenkel herum. Zudem konnte der Bremer Marco Bode am Wochenende im Bundesliga-Spiel gegen Schalke (2:1) wegen einer Verletzung am Sprunggelenk nicht eingesetzt werden. Auch Völlers Kandidat Carsten Jancker musste bei Bayern erneut passen: Der Münchner Stürmer hat in diesem Jahr noch nicht ein einziges Spiel über 90 Minuten bestritten. "Ob ich einige neue Leute benenne, wird sich auch nach dem Gesundheitszustand der gestandenen Kräfte richten", betonte Völler. Experimente mit Neulingen hatte der Teamchef in St. Denis eigentlich nicht vor: "Gegen den Welt- und Europameister will ich mit der stärksten Elf spielen. Das ist ein Prestige-Duell." Mit Nowotny, Rehmer, Deisler und Bode würden Völler schon vier Spieler ausfallen, die mit dem 1:0-Sieg in England im letzten Pflichtspiel der Nationalelf im Oktober vergangenen Jahres für Furore gesorgt hatten.

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