Fußball : Prozess um manipulierte Wetten eröffnet

Zum Auftakt eines Prozesses in Frankfurt um manipulierte Fußballwetten haben sich die acht angeklagten Männer vor der 17. Großen Strafkammer des Landgerichts nicht zur Sache geäußert.

Frankfurt/Main - Laut Anklage sollen die zwischen 21 und 45 Jahre alten Männer in unterschiedlicher Beteiligung versucht haben, Einfluss auf Spiel-Ergebnisse zu nehmen und damit erhebliche Wettgewinne zu erzielen. Staatsanwältin Silke Hüttig nannte in der 45-minütigen Verlesung der Anklageschrift einen 43 Jahre alten Malayen sowie einen Libanesen (24) als Hauptdrahtzieher der Bande.

Bis zu 10.000 Euro für einen provozierten Elfmeter

Von den beiden Männern sei die Initiative ausgegangen, welche Spieler von welchem Verein wann angesprochen werden sollten, um Ergebnisse zu manipulieren. In der Regel boten der Libanese und ein weiterer Asiate (45) den Spielern 5000 bis 10.000 Euro für ein bestimmtes Spielverhalten, beispielsweise eine betont defensive Spielweise oder das Verursachen eines Elfmeters.

Auf der Anklagebank sitzen auch drei Regionalliga-Spieler. In den meisten der zehn angeklagten Fälle verweigerten die angesprochenen Spieler jedoch ihre Mitwirkung an den Manipulationen. Nachdem sich ein Fußballer des damaligen Regionalligisten 1. FC Eschborn an seinen Verein und den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gewandt hatte, war die Sache im März vergangenen Jahres aufgeflogen.

Verhalten der Angeklagten bleibt offen

In mehreren Fällen waren die ausgemachten Spiel-Ergebnisse nicht zu Stande gekommen. Zwei der Angeklagten kam dies teuer zu stehen. Sie setzten beispielsweise bei asiatischen Wettbüros Beträge von 137.000 und 600.000 Euro darauf, dass Sturm Graz gegen Austria Wien mit zwei Toren Unterschied verlieren werde. Die beiden österreichischen Erstligisten trennten sich jedoch unentschieden.

Nach der Verlesung der Anklageschrift und der Ablehnung zweier Aussetzungsanträge vertagte sich das Gericht. Inwieweit sich die Angeklagten im weiteren Verlauf des vorerst auf 18 Verhandlungstage angesetzten Prozesses doch noch äußern werden, ist offen. (tso/dpa)

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