Sport : Fußball-Regionalliga: TeBe und der gelungene Befreiungsschlag

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Die Formkurve von Tennis Borussias liest sich wie ein Wetterbericht im April: extrem wechselhaft. Vorigen Sonnabend 0:1 gegen Fortuna Köln, eine Woche davor 4:1 in Aue - die Berliner sind in der Fußball-Regionalliga immer für Überraschungen gut. "Meine Mannschaft spielt noch sehr wechselhaft", sagt Trainer Mirko Slomka. Kein Wunder: Der Kader ist neu zusammengestellt, das Durchschnittsalter der Spieler liegt um die 22 Jahre, bei der Vorbereitung auf die Saison stand nach dem Lizenzentzug Schadens-Prophylaxe im Vordergrund. Die Maßnahme, die unter Trainer Winfried Schäfer zuhauf geholten Stars davonzujagen, wirkte auf den Anhang der Tennis Borussen jedoch wie ein Befreiungsschlag. "Schäfer raus!", "Vorstand raus!", brüllten die Fans am Ende der vorigen Saison, und vereinzelt artikulierte sich auf den teuren Tribünenplätzen auch mal lauthals der Wunsch: "Alle raus!"

Der Sponsor Göttinger Gruppe diktiert nunmehr unauffällig-uneitel aus dem Hintergrund die Vereinspolitik - und lässt damit die Sympathiekurve der Borussen steigen. Der Zuschauerschwund zwischen Zweiter Liga und Regionalliga hält sich in Grenzen. Gegen Fortuna Köln kamen in der vorigen Saison in der Zweiten Liga 1443 Zahlende ins Mommsenstadion, diesmal waren es, eine Klasse tiefer, knapp 1200. Auch an den Ergebnissen ändert sich wenig. 1:2 in der Spielzeit 1999/2000, 0:1 diesmal.

Für TeBe geht es, noch eine Parallele zum vorigen Spieljahr, längst wieder um den Klassenerhalt. Diese Herausforderung jagt den jungen Borussen kaum Angst ein. "Die Liga ist so ausgeglichen, da kann doch Jeder Jeden schlagen", meint Torwart René Renno und fügt gleich hinzu: "Ich denke, am nächsten Spieltag holen wir wieder drei Punkte." Eine kühne Prognose, denn TeBe tritt heute beim Tabellensechsten Babelsberg 03 an.

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