• "Fußball und Formel 1 machen alles platt" - gibt es Chancen für das von DBB und BBL erhoffte "Basketball-ran"?

Sport : "Fußball und Formel 1 machen alles platt" - gibt es Chancen für das von DBB und BBL erhoffte "Basketball-ran"?

Benedikt Voigt

Etwas länger als ein Jahr ist es nun her, dass die Basketball-Bundesliga ein Gesicht hatte. Dieses war vielleicht nicht das hübscheste, und die dazugehörige Person klopfte Sprüche wie "Am Ende kackt die Ente" oder "Hinten ist die Sau fett". Manchmal rief die Person auch vom Spielgeschehen begeistert in ein Mikrophon: "Das gibts doch nicht." Doch diese Person war eben Basketball-Fan und Leidenschaft muss sich mitteilen. Heute taucht dieses Gesicht regelmäßig im Fernsehen auf, doch die Leidenschaft fehlt, wenn es sagt: "Herzlich willkommen liebe Zuschauer im Karlsruher Wildparkstadion zum Spitzenspiel der Zweiten Fußball-Bundesliga."

Wenn ein Basketball-Liebhaber wie Frank Buschmann, Moderator im Deutschen Sportfernsehen (DSF), in die Fußballredaktion wechselt, dann kann etwas nicht stimmen mit der Fernseh-Präsenz des Basketballs. "Fußball und Formel 1 machen alles platt", bestätigt Medienberater Peter Duvinage. Im vergangenen Spieljahr flimmerte Basketball nur noch sporadisch bei einigen Regionalsendern über die Mattscheibe, landesweit trafen nur die Meisterschafts-Finalspiele auf gesteigertes Fernsehinteresse. Das soll sich ändern. Zumindest haben sich das die Verantwortlichen des Deutschen Basketball Bundes (DBB) und der Basketball-Bundesliga (BBL) vorgenommen. Ende diesen Jahres läuft der Fernsehvertrag mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten aus. Das ist die Chance für den deutschen Basketball, Fernsehkameras in die Hallen zu bekommen.

"Alle sind sich einig, dass wir an der Präsenz was ändern müssen", sagt Duvinage. Der Rechtsanwalt, der für die Sportrechteagentur ISPR die Fußballrechte an Sat 1 verkaufte, verhandelt gegenwärtig im Auftrag der BBL mit einige Fernsehsendern und Rechtehändlern. Als wichtigstes Ziel nennt Duvinage, dass "Basketball dauerhaft zu festen Sendezeiten im Fernsehen zu sehen sein muss." Der DBB hatte im laufenden Vertrag versäumt, sich Sendegarantien festschreiben zu lassen. Für den nächsten Abschluss sind feste Sendezeiten ein Muss. "Nur so lässt sich Basketball auch vermarkten", erklärt Duvinage. Auf dem Medienworkshop der BBL in Bad Honnef wurde bekannt, wie sich die Klubmanager das vorstellen: Ein Live-Spiel pro Woche zu einer festen Sendezeit sowie ein Basketball-Magazin, das die Ereignisse der Bundesliga in attraktiver Form zusammenfasst. Ein "ran" für Basketball also. Finanzielle Bedingungen hingegen sind zweitrangig.

Doch welcher Sender will regelmäßig Basketball made in Germany im Programm haben? "Erste Verhandlungspartner sind die öffentlich-rechtlichen Sender", sagt Marco Baldi. Der ehemalige Alba-Manager gehört der BBL-Medienkommission an, die gemeinsam mit Duvinage die Verhandlungen mit den Sendern führt. Pro 7 sprang bereits ab. Beim Medienworkshop hieß es, dass zwei Sender besonderes Interesse bekunden. Zu den Rechtehändlern sagt Baldi: "Das ist ein bisschen undurchsichtig, weil man nicht weiß, welcher Sender dahinter steckt." Duvinage ist optimistisch, dass der Vertrag rechtzeitig abgeschlossen wird. Baldi meint: "Wenn bis zum 1. Januar 2000 keine Einigung zustande kommt, ist das kein Drama." Dann würde man sich eben bei Bedarf mit den Fernsehsendern zusammensetzen. Sogar Einzelvermarktung sei dann "theoretisch denkbar".

Albas Europaligaspiele darf Baldi ab Januar bereits einzeln anbieten. Allerdings nur, bis Mitte 2000 die Zentralvermarktung der Europaliga in Kraft tritt - was aber noch fraglich ist. Das macht die Verhandlungen, zuletzt mit dem SFB, nicht einfacher. "Die Senderkonzepte lassen sich in neun Spielen nicht verwirklichen", erklärt Baldi. Im übrigen ziehen sich die Verhandlungen der BBL mit den Sendern schon über geraume Zeit hin. Es sieht danach aus, als ob Buschmann noch länger Fußball kommentieren müsste.

VON BENEDIKT VOIGT

Berlin. Etwas länger als ein Jahr ist es nun her, dass die Basketball-Bundesliga ein Gesicht hatte. Dieses war vielleicht nicht das hübscheste, und die dazugehörige Person klopfte Sprüche wie "Am Ende kackt die Ente" oder "Hinten ist die Sau fett". Manchmal rief die Person auch vom Spielgeschehen begeistert in ein Mikrophon: "Das gibts doch nicht." Doch diese Person war eben Basketball-Fan und Leidenschaft muss sich mitteilen. Heute taucht dieses Gesicht regelmäßig im Fernsehen auf, doch die Leidenschaft fehlt, wenn es sagt: "Herzlich willkommen liebe Zuschauer im Karlsruher Wildparkstadion zum Spitzenspiel der Zweiten Fußball-Bundesliga."

Wenn ein Basketball-Liebhaber wie Frank Buschmann, Moderator im Deutschen Sportfernsehen (DSF), in die Fußballredaktion wechselt, dann kann etwas nicht stimmen mit der Fernseh-Präsenz des Basketballs. "Fußball und Formel 1 machen alles platt", bestätigt Medienberater Peter Duvinage. Im vergangenen Spieljahr flimmerte Basketball nur noch sporadisch bei einigen Regionalsendern über die Mattscheibe, landesweit trafen nur die Meisterschafts-Finalspiele auf gesteigertes Fernsehinteresse. Das soll sich ändern. Zumindest haben sich das die Verantwortlichen des Deutschen Basketball Bundes (DBB) und der Basketball-Bundesliga (BBL) vorgenommen. Ende diesen Jahres läuft der Fernsehvertrag mit den öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten aus. Das ist die Chance für den deutschen Basketball, Fernsehkameras in die Hallen zu bekommen.

"Alle sind sich einig, dass wir an der Präsenz was ändern müssen", sagt Duvinage. Der Rechtsanwalt, der für die Sportrechteagentur ISPR die Fußballrechte an Sat 1 verkaufte, verhandelt gegenwärtig im Auftrag der BBL mit einige Fernsehsendern und Rechtehändlern. Als wichtigstes Ziel nennt Duvinage, dass "Basketball dauerhaft zu festen Sendezeiten im Fernsehen zu sehen sein muss." Der DBB hatte im laufenden Vertrag versäumt, sich Sendegarantien festschreiben zu lassen. Für den nächsten Abschluss sind feste Sendezeiten ein Muss. "Nur so lässt sich Basketball auch vermarkten", erklärt Duvinage. Auf dem Medienworkshop der BBL in Bad Honnef wurde bekannt, wie sich die Klubmanager das vorstellen: Ein Live-Spiel pro Woche zu einer festen Sendezeit sowie ein Basketball-Magazin, das die Ereignisse der Bundesliga in attraktiver Form zusammenfasst. Ein "ran" für Basketball also. Finanzielle Bedingungen hingegen sind zweitrangig.

Doch welcher Sender will regelmäßig Basketball made in Germany im Programm haben? "Erste Verhandlungspartner sind die öffentlich-rechtlichen Sender", sagt Marco Baldi. Der ehemalige Alba-Manager gehört der BBL-Medienkommission an, die gemeinsam mit Duvinage die Verhandlungen mit den Sendern führt. Pro 7 sprang bereits ab. Beim Medienworkshop hieß es, dass zwei Sender besonderes Interesse bekunden. Zu den Rechtehändlern sagt Baldi: "Das ist ein bisschen undurchsichtig, weil man nicht weiß, welcher Sender dahinter steckt." Duvinage ist optimistisch, dass der Vertrag rechtzeitig abgeschlossen wird. Baldi meint: "Wenn bis zum 1. Januar 2000 keine Einigung zustande kommt, ist das kein Drama." Dann würde man sich eben bei Bedarf mit den Fernsehsendern zusammensetzen. Sogar Einzelvermarktung sei dann "theoretisch denkbar".

Albas Europaligaspiele darf Baldi ab Januar bereits einzeln anbieten. Allerdings nur, bis Mitte 2000 die Zentralvermarktung der Europaliga in Kraft tritt - was aber noch fraglich ist. Das macht die Verhandlungen, zuletzt mit dem SFB, nicht einfacher. "Die Senderkonzepte lassen sich in neun Spielen nicht verwirklichen", erklärt Baldi. Im übrigen ziehen sich die Verhandlungen der BBL mit den Sendern schon über geraume Zeit hin. Es sieht danach aus, als ob Buschmann noch länger Fußball kommentieren müsste.

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