Sport : Fußball und Judo

Schalke gewinnt den Ligapokal 1:0 gegen Stuttgart, verliert aber Kuranyi und Lincoln durch Rote Karten

Ingo Schmidt-Tychsen[Leipzig]

Für Kevin Kuranyi war es ein besonderes Spiel. Nicht nur, weil es für den aus Stuttgart gewechselten Schalker Stürmer das erste Spiel gegen seine alten Kollegen war. Kuranyi schoss schon nach zehn Minuten das 1:0 – so stand es noch immer, als das Spiel für ihn beendet war. In der 66. Minute sah er die Rote Karte. Die Aktion gegen Meißner war nicht brutal – sie sah so ähnlich aus wie ein Fußfeger beim Judo – Schiedsrichter Lutz Wagner wertete sie offenbar dennoch als Tätlichkeit. In der Nachspielzeit flog auch noch Lincoln vom Platz, nachdem er Thomas Hitzlsperger angespuckt hatte.

Schalke gewann trotzdem. Das Spiel vor 40 500 Zuschauern in Leipzig endete 1:0 (1:0). Ob die Roten Karten Sperren in der Bundesliga nach sich ziehen werden, ist ungewiss. Grundsätzlich gelten Sperren nur für den jeweiligen Wettbewerb. Bei schwerwiegenden Fällen kann das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes aber auch eine Sperre für die Bundesliga aussprechen. So musste etwa Sebastian Kehl vor zwei Jahren auch in der Liga aussetzen, nachdem er im Ligapokal den Schiedsrichter umgestoßen hatte.

Schalke bot zunächst dieselbe Mannschaft auf, die schon im Halbfinale gegen Werder Bremen mit ansehnlichem Kombinationsspiel begeistert hatte. Nach nur zehn Minuten durfte Kevin Kuranyi jubeln. Vorausgegangen war ein Fehlpass des Stuttgarters Fernando Meira in der eigenen Spielhälfte, den Schalkes Lincoln mit einem Hackentrick auf Kuranyi weiterleitete. Der brauchte den Ball nur noch an seinem ehemaligen Kollegen Timo Hildebrand vorbeizuschieben. Danach kam ein wenig Langeweile auf im Zentralstadion. Schalke kontrollierte das Spiel, Stuttgart brachte nichts zustande.

Eigentlich hätte die Siegprämie durchaus ein zusätzlicher Ansporn sein können. Für den Sieger des Ligapokals gibt es 1,8 Millionen Euro – und beide Klubs haben vor der Saison kräftig in neue Spieler investiert. Bis zur ersten Torchance der Stuttgarter mussten die Fans dennoch bis zur 60 Minute warten. Ein großes Spiel war es nicht mehr. Die Schalker brachten die Führung souverän über die Zeit. Bis Lincoln ausrastete.

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