Fußball : Von elf auf null

Frauen spielen nach Kantersieg nur 0:0 gegen England.

Frank Hollmann

Schanghai - Der Gala gegen Argentinien folgte die Ernüchterung. Nach dem 11:0 zum Auftakt quälte sich das deutsche Team bei der Frauen-Fußball-Weltmeisterschaft gestern in Schanghai vor 35 600 Zuschauern nur zu einem 0:0 gegen England. Bundestrainerin Silvia Neid war allerdings nach der tristen Vorstellung im zweiten Gruppenspiel gar nicht einmal unzufrieden. „Wir wussten, dass es schwer wird“, sagte Neid. „Und ich kann meinen Spielerinnen keinen Vorwurf machen, besonders in der Abwehr haben wir sehr gut gestanden. Vorn hat uns heute die letzte Präzision gefehlt.“

Die Engländerinnen zeigten von der ersten Minute an, dass sie nicht gewillt waren, sich so demütigen zu lassen wie die Südamerikanerinnen. Hope Powell, die englische Trainerin, hatte ihrem Team Pressing verordnet. Die Außenbahnen, die Melanie Behringer und Kerstin Garefrekes noch gegen Argentinien im Eilzugtempo durchspurtet hatten, waren zugestellt, in der Mitte liefen sich Renate Lingor, Birgit Prinz und Simone Laudehr immer wieder fest. So kam England zu den ersten guten Chancen. Erst unterlief Nadine Angerer einen Ball im deutschen Strafraum und atmete erleichtert auf, als der Ball am verwaisten deutschen Tor vorbeirollte. Dann prüfte Fara Williams die Torfrau von Turbine Potsdam mit einem 30-Meter-Freistoß.

Erst nach der Pause zogen die Deutschen das Tempo an. Die größte Chance zum Siegtor vergab Kerstin Garefrekes, als sie nach einem Querschläger frei aus zehn Metern den Ball nicht an der überragenden Torfrau Rachel Brown aus Everton vorbeibrachte.

Folgen hat das Remis zunächst nur für den Präsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Im Falle einer vorzeitigen Qualifikation für das Viertelfinale wäre Theo Zwanziger am Wochenende zurückgeflogen, auf seinem Schreibtisch in Frankfurt türmt sich die Arbeit. Nun will Theo Zwanziger das letzte Gruppenspiel der Deutschen am Montag gegen Japan in Hangzhou abwarten, um dann nur für drei Tage heimzureisen. Denn dass die Deutschen auch trotz des Dämpfers das Viertelfinale gegen Japan perfekt machen, daran zweifelt auch der Präsident des DFB nicht.Frank Hollmann

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