Argentinien : Riquelme schmeißt hin - wegen Maradona

Harter Schlag für Diego Maradona: Spielmacher Juan Román Riquelme will unter dem neuen argentinischen Fußball-Nationaltrainer nicht mehr für die "Albiceleste" auflaufen. Der Geschmähte: "Das macht mich sehr traurig, aber deswegen werde ich nicht weinen."

Riquelme
Nummer 10. Riquelme probt den Aufstand gegen Maradona. -Foto: dpa

Buenos Aires Der einst als Nachfolger der "Hand Gottes" auf dem Grün gefeierte Juan Román Riquelme meinte beim Sender "Canal 13" in Buenos Aires: "Wir haben nicht dieselben Grundsätze und wir können nicht zusammenarbeiten. Die Nationalmannschaft ist beendet für mich, ich werde in dem Team nicht spielen, solange Maradona im Amt ist." Es werde sicherlich sehr wehtun, die Partien künftig im TV anzuschauen, meinte der Mittelfeldmann der Boca Juniors: "Aber ich hoffe, alles wird gut, und Argentinien qualifiziert sich auch ohne mich für die WM in Südafrika."

Zum erneuten Rücktritt des 30- Jährigen, der bereits nach der WM 2006 in Deutschland sein Aus in der Selección erklärt hatte, sagte Maradona dem Radiosender "Mitre": "Dass er nicht in meiner Mannschaft spielen will, macht mich sehr traurig, aber ich werde deswegen nicht weinen."

Riquelme will "klare Verhältnisse"

Gleichwohl könnte die Entscheidung Riquelmes sportlich nicht ohne Folgen bleiben. Der geniale Techniker ist bis dato mit vier Treffern der erfolgreichste Torschütze der "Gauchos" in der Qualifikation für die WM 2010. Und am 28. März in Buenos Aires gegen Venezuela sowie am 1. April in La Paz gegen Bolivien stehen bereits die nächsten - für Maradona als Trainer die ersten - Entscheidungen auf dem Weg nach Südafrika an. "Es könnte die Chronik eines großen Problems werden. Oder, vielleicht, eine unerwartete Lösung", orakelte am Mittwoch die argentinische Zeitung "La Nacion".

Riquelme, der bei der WM in Deutschland mit großem Stolz die Nummer 10 des legendären Maradona getragen hatte, zählte nicht zum Kader für die beiden ersten Testspiele gegen Schottland und Frankreich unter Maradonas Führung. "Ich bin 30 Jahre alt und kein kleines Kind, ich will klare Verhältnisse", sagte Riquelme, der für den zweimaligen Weltmeister Argentinien 50 Länderspiele bestritt und im vergangenen Sommer vor den Augen Maradonas die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen in Peking gewonnen hatte. Riquelme kritisierte, dass er im Radio von Teammanager Carlos Bilardo erfahren habe, dass er gegen Frankreich nicht dabei sein würde. Und in der vergangenen Woche habe sich Maradona im Fernsehen über seinen (Riquelmes) Spielstil geäußert. (küs/dpa)

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