Champions League : Nie wieder Studdgart

Der VfB kann heute seinen Ruf weiter verbessern. Die Schwaben wollen zurück in den Kreis der großen Namen. Und das nicht nur, weil Ruhm und Anerkennung winken.

Oliver Trust[Stuttgart]
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Horst Heldtdpa

Um zu zeigen, wie wichtig die Champions League sein kann, erzählt Ulrich Ruf gerne eine Geschichte aus dem Jahr 2003. Damals hätten Verantwortliche von Manchester United Stuttgart mit zwei D geschrieben, erzählt der Finanzchef des VfB. „Weil uns keiner kannte“, vermutet er. Nach dem 2:1-Erfolg aber waren die Stuttgarter nicht nur in Manchester, sondern bis in den letzten Winkel Europas für ein paar Tage eine große Nummer. Nun wollen die Schwaben zurück in diesen Kreis der großen Namen. Und das nicht nur, weil Ruhm und Anerkennung winken.

Trotz der 35 Millionen Euro aus dem Transfer von Mario Gomez nach München kann der Klub weitere Einnahmen aus der Champions League gut gebrauchen. Deshalb sollte sich der VfB Stuttgart am Mittwoch im Qualifikations-Rückspiel gegen den FC Timisoara (20.45 Uhr, live in Sat1 und Sky) besser durchsetzen. Die Chancen stehen dank des 2:0 aus dem Hinspiel gut.

„Von der Infrastruktur gibt es keinen Abstand mehr zu den meisten großen Klubs“, sagt Alexander Hleb, der vom FC Barcelona zurück nach Stuttgart gekommen ist. Eine Million Euro hat der VfB in Entmüdungsbecken, Kabinen, Aufenthaltsräume mit Playstation und TV-Geräten sowie zwei Trainingsplätze mit Rasenheizung investiert. Und auch Hleb steht für das neue Anspruchsdenken in Stuttgart. Er soll dem Klub helfen, den nächsten Qualitätsschritt zu machen. Heute wird Hleb wohl wegen einer Zerrung vorsichtshalber geschont, um Mitte September, wenn die Gruppenspiele beginnen, einen gesunden Anführer zu haben. „Bei ihm sieht es eng aus“, sagt Teamchef Markus Babbel, „wichtig aber ist, dass sich die Mannschaft vor Augen führt, dass sie auf dieses Ziel jetzt ein halbes Jahr hingearbeitet hat.“

Trotz des teuren Stadionumbaus kann der Klub weiter in Spieler investieren. Dabei, so meint Ruf, gehe es nicht nur um neue Spieler, sondern um kostspielige Vertragsverlängerungen. Wie die mit Serdar Tasci, den Juventus Turin verpflichten wollte. Etablierte Jungstars wie Sami Khedira sollen langfristig gehalten werden, und den für ein Jahr ausgeliehenen Hleb will man bald kaufen. Ohne die Millionen aus der Champions League sind diese Pläne kaum umzusetzen.

Schafft es der VfB in die Champions League, wäre es die dritte Teilnahme in sechs Jahren. „Als Deutscher Meister 2007 haben wir rund 25 Millionen verdient“, sagte Ruf der „Stuttgarter Zeitung“. Diesmal rechnet er mit mindestens 15 Millionen aus den Gruppenspielen. Auch Manager Horst Heldt käme die Qualifikation für die kommenden Verhandlungen entgegen. „Wenn ich einem sagen kann, wir spielen Champions League“, sagt Heldt, „dann hört mir der Spieler automatisch besser zu.“

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