Confed-Cup : Die Armen fehlen

Die Fifa gratuliert dem Confed-Cup-Gastgeber, kritisiert aber halbleere Stadien. Vor dem Turnieranpfiff hatte Fifa-Präsident Blatter noch eindringlich um Vertrauen in den Gastgeber Südafrika geworben.

Wolfgang Drechsler[Kapstadt]

Joseph Blatter hatte für den Gastgeber auch ein paar weniger nette Worte übrig. Trotz eines aus Sicht des Fifa-Präsidenten „geglückten“ Starts des Confed-Cups übte er harte Kritik an den südafrikanischen Organisatoren. Grund war das nur zur Hälfte mit Zuschauern gefüllte Stadion in Rustenburg beim 5:0-Sieg von Europameister Spanien gegen Neuseeland. Bei einer Sitzung des Weltverbandes mit dem Organisationskomitee sei das Thema am Tag nach der Turniereröffnung erörtert worden, berichtete Blatter in Bloemfontein. „Die Organisatoren müssen bei den Zuschauern mehr tun“, sagte Blatter und forderte: „Bringt die armen Leute ins Stadion, auch die, die sich keine Karte leisten können.“

Vor dem Turnieranpfiff hatte Blatter noch eindringlich um Vertrauen in den Gastgeber Südafrika geworben. „Wir vertrauen Afrika. Und wir vertrauen Südafrika“, hatte Blatter vor dem Eröffnungsspiel zwischen Gastgeber Südafrika und Irak am Sonntag gesagt. Am Ende konnten die Bafana Bafana, wie Südafrikas Kicker daheim liebevoll genannt werden, den Vertrauensvorschuss nicht erfüllen: Nur ein enttäuschendes 0:0 sprang für den WM-Gastgeber heraus. Nun tritt Südafrika gegen das Team aus Neuseeland an, das am späten Sonntagabend 0:5 (0:4) gegen Europameister Spanien unterlag. Fernando Torres gelang in den ersten 17 Minuten ein Hattrick.

Die sichtlich nervösen Südafrikaner standen sich lange Zeit selbst im Weg. Kurz vor dem Abpfiff sogar im wahrsten Sinne des Wortes: Ein Kopfball von Kagisho Dikgacoi, der den irakischen Keeper passiert hatte, wurde vom südafrikanischen Stürmer Bernard Parker am Überschreiten der Torlinie gehindert.

Vor dem Spiel hatte das Land mit einer bunten Afrika-Show die Skeptiker beeindruckt, die an den organisatorischen Fähigkeiten der Südafrikaner gezweifelt hatten. Probleme hatte es zuletzt nur mit dem Rasen im Johannesburger Ellis Park Stadion gegeben, der von der gerade beendeten Rugbysaison noch umgepflügt war. Die Fifa wusste dieses Problem herunterzuspielen. „Es ging mehr um optische Aspekte. Im kommenden Jahr haben wir aber andere Ansprüche“, sagte Fifa-Wettbewerbsdirektor Jim Brown.

In die Kritik gerät nach dem gestrigen Match nun Südafrikas brasilianischer Coach Joel Santana. Scheitert sein Team, wird er der nächste Coach sein, den Südafrikas Nationalteam verschleißt. Seit dem Gewinn der Afrikameisterschaft vor 13 Jahren sind die Trainer am Kap fast ausnahmslos im Jahresrhythmus gegangen.

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