ENTTÄUSCHENDE FAVORITEN : WM ohne Ronaldo und Ribéry?

Portugal und Frankreich bangen um ihre Plätze. Für die Portugiesen reicht es in ihrer Vorrundengruppe vielleicht nicht einmal zu Platz zwei.

Dänemark - Portugal
Überheblich? Cristiano Ronaldo wurde hart kritisiert.Foto: dpa

Berlin - Es kann gut sein, dass die Weltmeisterschaft in Südafrika ohne Cristiano Ronaldo von Real Madrid stattfindet. Der Weltfußballer spielte mit Portugal in der Europagruppe 1 nur 1:1 bei Spitzenreiter Dänemark und ist nur noch Vierter. „Jetzt hilft nur noch Beten“, schrieb die Sportzeitung „O Jogo“. Platz eins ist abgeschrieben. Und im Kampf um Play-off-Rang zwei ist der WM-Vierte von 2006 auf fremde Hilfe angewiesen, denn gegen Schweden, das zwei Punkte mehr hat, spielen die Portugiesen nicht mehr.

Besonders Ronaldo wurde hart kritisiert, weil er zu überheblich sei. In Kopenhagen legte er sich mit den dänischen Fans an und wurde ausgebuht. Nach dem Spiel war er kleinlaut: „Wir sind traurig, weil wir wissen, dass wir besser sind. Die Qualifikation hängt nicht mehr von uns ab, aber wir glauben noch daran“.

Erst vier Minuten vor Spielende konnte der kürzlich gegen den Widerstand vieler Fans eingebürgerte Brasilianer Liedson von Sporting Lissabon die Führung der lange Zeit überlegenen Dänen ausgleichen, die Nicklas Bendtner (FC Arsenal) kurz vor der Halbzeit erzielt hatte, als er eine Flanke mit der Brust annahm und den Ball per Dropkick mit Vollspann unter die Latte schoss. Um überhaupt noch eine Chance zu haben, werden die Portugiesen ihre drei verbleibenden Spiele gewinnen müssen, in denen sie jetzt zweimal hintereinander auf den Tabellenzweiten Ungarn treffen.

Auch Frankreich mit Bayern Münchens Star Franck Ribéry kann sich aus eigener Kraft in der Gruppe 7 nicht mehr direkt für die WM qualifizieren. Zwar brachte Thierry Henry vom FC Barcelona die Franzosen im Heimspiel gegen den Tabellenfünften Rumänien kurz nach der Pause mit 1:0 in Führung, wenige Minuten später unterlief Julien Escudé (FC Sevilla) aber ein Eigentor. Die Franzosen dominierten deutlich das Spiel, die Offensive mit dem nach einer Stunde eingewechselten Ribéry konnte daraus aber keine Tore machen. „Das Ergebnis ist wie eine Niederlage“, lamentierte Ribéry nach dem dürftigen Spiel. Zu allem Unglück verletzte er sich bei seinem Kurzeinsatz auch noch an der Wade. Ob Ribéry beim Spitzenspiel am Mittwoch in Belgrad gegen Serbien dabei sein kann, ist noch unklar. „Möglicherweise kann er nicht eingesetzt werden“, sagte Frankreichs Trainer Raymond Domenech dem französischen TV-Sender TF1. Er will am Montag darüber entscheiden, ob Ribéry mit nach Belgrad reist. Tsp/dpa

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