Frankreich - Südafrika : 22. Juni: Showdown in Bloemfontain

Ex-Weltmeister Frankreich und WM-Gastgeber Südafrika spielen gegeneinander und jeweils ums Überleben bei dieser WM. Wer in der verflixten Gruppe A heute unter welcher Voraussetzung weiterkommt, steht weiter unten.

Man weiß nicht, was man von dieser Partie erwarten soll. Alles scheint möglich nach dem Anpfiff um 16 Uhr im Free-State-Stadion von Bloemfontain: Sehen wir bedingungslosen Angriffsfußball, weil Gastgeber und Vizeweltmeister eigentlich nichts mehr zu verlieren haben, oder einen finsteren Grottenkick, eben weil beiden das Wasser bis zum Hals steht? Ja selbst die Punktevergabe am Grünen Tisch ist denkbar.

Eine vorzeitige Abreise der Equipe Tricolore kann zumindest nicht ausgeschlossen werden nach diesen letzten Stunden, für die das Wort „turbulent“ noch als Untertreibung durchgeht. Nach dem sportlichen Bankrott folgte der zwischenmenschliche Offenbarungseid. An ein blau-rot-weißes Erfolgserlebnis glauben mittlerweile nicht einmal die hartnäckigsten Optimisten und dass, obwohl es gegen eine Mannschaft geht, die bislang außer dem Traumtor von Tshabalala im Eröffnungsspiel ebenfalls ziemlich wenig zustande gebracht hat.

Strohhalmklammern ist auch bei Südafrika angesagt. Nur ein Sieg gegen die „Grande Nation“ kann überhaupt das erste Vorrundenaus eines WM-Gastgebers verhindern. Nelson Mandela immerhin sicherte der „Bafana Bafana“ seine „unerschütterliche Unterstützung“ zu. Staatspräsident Jacob Zuma lobte derweil mangels anderer lobenswerter Eigenschaften den „Patriotismus und Enthusiasmus“ seiner Landesauswahl. Ja, man darf wirklich gespannt sein, was diese Wundertüte von Spiel bereit hält.

Aber wer kommt nun wie weiter ?

Spielen die beiden anderen Teams in Gruppe A, Mexiko und Uruguay, nicht unentschieden, haben sowohl Frankreich als auch Südafrika noch eine Chance auf das Achtelfinale – es sei denn, sie spielen selbst unentschieden. Der Sieger hätte wie der Verlierer aus dem anderen Spiel vier Punkte, entscheidend wäre dann die Tordifferenz. Ist diese gleich, zählen die mehr geschossenen Tore.

Sind auch diese gleich (wenn Frankreich 3:1 gewinnt und Mexiko 0:2 verliert, haben beide 3:3 Tore), gibt der direkt Vergleich den Ausschlag. Da beide gegeneinander 1:1 gespielt haben, müsste dann tatsächlich ausgelost werden, wer weiterkommt. Das Fifa-Komitee würde nach den Spielen im Pressekonferenzraum zur Ziehung schreiten. Ganz ohne Glamour.

Die voraussichtlichen Aufstellungen

Frankreich: Lloris - Sagna, Squillaci, Abidal, Evra - Diarra, Diaby, Valbuena, Gourcuff, Malouda - Henry.
Südafrika: Josephs - Gaxa, Mokoena, Khumalo, Masilela - Modise, Khuboni, Letsholonyane, Tshabalala, Pienaar - Mphela.

Schiedsrichter: Ruiz (Kolumbien).

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