Grandioses Jubiläum : Miroslav Klose: 100 Spiele, 52 Treffer

Miroslav Klose schuftet bei seinem Jubiläum viel und hat nun so viele WM-Tore wie Gerd Müller. Und Bayerns Reservestürmer hat im Nationaltrikot noch mehr vor.

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Miroslav Klose fehlt jetzt nur noch ein Tor bis zum WM-Rekord von Brasiliens Ronaldo.
Miroslav Klose fehlt jetzt nur noch ein Tor bis zum WM-Rekord von Brasiliens Ronaldo.Foto: dpa

Dass Miroslav Klose auch als Kunstturner eine gute Figur abgegeben hätte, ist hinlänglich bekannt. Schon in den Anfängen seiner Karriere beim 1. FC Kaiserslautern pflegte der Stürmer seine Tore ab und an mit einem Salto zu zelebrieren. Mittlerweile hat sich der 32-Jährige diese Einlage auf Wunsch seiner besorgten Familie für die ganz besonderen Momente aufgehoben. Für solche Momente wie diesen Nachmittag in der Tafelbucht von Kapstadt. Kaum hatte Klose bei der Demontage der Argentinier den 4:0-Schlusspunkt gesetzt, wirbelte der 1,82-Meter-Mann auch schon durch die Luft. Eine Maßvorlage von Mesut Özil hatte er volley verwandelt, zuvor bereits den Ball nach Musterzuspiel von Lukas Podolski zum zwischenzeitlichen 2:0 über die Linie gespitzelt.

Damit gelangen dem Stürmer in seinem 100. Länderspiel die Treffer 51 und 52. Und nicht nur das: Darüber hinaus hat sich der Bayern-Angreifer in seiner Vita über drei Weltmeisterschaften schon 14 Tore verdient – und mit Gerd Müller gleichgezogen. Nur der Brasilianer Ronaldo ist mit 15 WM-Treffern noch besser. Klose nahm die historische Tat fast schon staatsmännisch hin: „Gerd Müller hat seine 14 Tore bei zwei Turnieren erzielt, ich mache hier schon meine dritte WM. Aber ich hätte nichts dagegen, hier noch den einen oder anderen Treffer zu erzielen.“ Das Lob überließ er anderen. Etwa Bundestrainer Joachim Löw: „Er hat überragende Qualitäten. Ich habe immer gewusst, dass Miro bei solch großen Turnieren präsent ist.“

Logisch, dass Klose zum Jubiläum wie ganz Deutschland viel zu feiern hatte – nach seinem ersten Tor nach 68 Minuten rutschte er freudig über den Rasen der Torauslinie zum symbolischen Fingerzeig. Er war einer der Helden an dieser schwarz-rot-goldenen Demonstration. Häufig genug ist ihm ja vorgeworfen wurde, er würde Zählbares im DFB-Dress vornehmlich gegen kleine Nationen vollbringen. Am 30. Juni 2006 in Berlin, auch im Viertelfinale gegen Argentinien, entkräftete er solche Vorhaltungen endgültig: Als nämlich Klose eben kurz vor Schluss das 1:1 köpfte.

Nun bei der Neuauflage hat der Mittelstürmer wieder schwer geschuftet. „Ich wusste immer, dass ich auf den Punkt fit bin“, hat er ja allen kritischen Stimmen ob seines vermehrten Reservistendaseins in München beschieden. Und Miroslav Klose hat im Nationaltrikot noch mehr vor. Die WM in Südafrika soll für ihn nicht das Ende sein. „Mein großes Ziel ist die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Ich bin in Polen ja geboren, habe dort Verwandte und liebe das Land und die Leute. Es wäre schön, dort noch einmal ein großes Turnier zu spielen“, sagt er. Zuzutrauen ist es ihm – spätestens nach dem Auftritt am Samstagnachmittag – allemal.

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