Gruppenfinale : Cacau spielt gegen Ghana

Vor dem entscheidenden Gruppenspiel am Mittwoch gegen Ghana verbreitet Joachim Löw Optimismus. Er habe mehr Freude als Angst, sagte der Bundestrainer. Auch die Spieler zeigen sich zuversichtlich.

Ob er das richtige Näschen hat? Joachim Löw ist sicher, dass er die richtige Taktik gegen Ghana parat hat.
Ob er das richtige Näschen hat? Joachim Löw ist sicher, dass er die richtige Taktik gegen Ghana parat hat.Foto: dpa

Jetzt gilt's für Deutschlands „junge Wilde“, jetzt müssen Mesut Özil & Co. in nur 90 Minuten ihre Reifeprüfung ablegen. Im Endspiel-Stadion „Soccer City“ kommt die umschwärmte und hochgehandelte Spaßkicker-Generation um die U21-Europameister Özil, Manuel Neuer und Sami Khedira sowie die Münchner Senkrechtstarter Thomas Müller und Holger Badstuber auf den Prüfstand: Stürzen sie gegen Ghana ab? Oder starten sie im ersten K.o.-Spiel erst richtig durch bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika?

„Wir wollen Weltmeister werden, dafür sind wir hier“, hatte Zauberlehrling Özil unbekümmert nach dem 4:0 gegen Australien getönt, bevor der Schuss gegen Serbien (0:1) nach hinten losging. Jetzt kommt es am Mittwoch zur großen Nervenprobe. „Der Druck ist natürlich da, aber die jungen Spieler müssen einfach so wie bisher arbeiten“, empfahl Kapitän Philipp Lahm den vielen Turnier-Neulingen.

Löw hat auf dem Trainingsplatz Eindrücke gesammelt, auch in Gesprächen. „Ich habe nicht gesehen, dass junge Spieler nach dem Rückstand nervlich in eine Problem-Situation geraten sind“, strich der Bundestrainer am Dienstag heraus und ergänzte: „Gegen Serbien hat ja nicht ein junger Spieler einen groben Fehler begangen, sondern ein erfahrener wie Miroslav Klose.“ Der 32-Jährige flog vom Platz.

Lahm, Schweinsteiger, Mertesacker, Friedrich - die erfahrenen deutschen Kräfte sollen die Jungen vor über 80 000 Zuschauern in Johannesburg führen. „Wichtig ist, dass die älteren Spieler mit Sicherheit und Selbstbewusstsein vorneweg gehen und den Jüngeren einen Halt geben“, betonte Teammanager Oliver Bierhoff.

Übergroße Nervosität oder ein angeknacktes Selbstvertrauen merkte man den jungen Kräften in den Tagen nach dem Serbien-Rückschlag nicht an. „Definitiv“ glaube er ans Weiterkommen, versicherte der 23 Jahre alte Khedira. „Die Mannschaft ist intakt“, betonte der Stuttgarter, der gerade den Jungen empfahl: „Wir müssen weiter aufrecht gehen.“  Brust raus, Ghana schlagen - so lautet das Motto für das doch so schwierige letzte Gruppenspiel. „Ich habe nicht das Gefühl, dass Spieler wie Khedira oder Mesut Özil nervliche Probleme haben“, sagte Löw am Dienstag bei seiner letzten Pressekonferenz in Pretoria. Dort erklärte er auch, mit Cacau in der Startelf zu planen. „Im Moment tendiere ich zu Cacau“, erklärte der Bundestrainer.

Der Stuttgarter Cacau soll an diesem Mittwoch im Soccer-City-Stadion von Johannesburg als Nachrücker für den gesperrten Stoßstürmer Miroslav Klose zum Einsatz kommen. Deutschland muss nach der 0:1-Niederlage gegen Serbien im letzten Gruppenspiel gewinnen, um sicher ins Weltmeisterschafts-Achtelfinale einzuziehen.

Besonders im Fokus stehen wird der 21 Jahre junge Badstuber, der gegen Serbien als linker Verteidiger überfordert war und dieses Mal den Hoffenheimer Prince Tagoe stoppen soll. „Ich traue Holger das absolut zu“, sagte der neben Badstuber verteidigende Berliner Arne Friedrich: „Holger hat das bereits in großen Drucksituationen bei Bayern München in der Champions League gezeigt.“ (dpa)

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