Kraken-Orakel : Paul ist schuld

Die Spanier waren besser, sagen die einen - alles Quatsch, sagen andere, nur einer ist schuld an der deutschen Niederlage: Tintenfisch Paul aus Oberhausen. So mancher möchte den Orakel-Kraken jetzt zum Frühstück verspeisen.

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Und dann guckt Paul auch noch so weise! Foto: AFP
Und dann guckt Paul auch noch so weise!Foto: AFP

Paul hatte es vorausgesagt: Der mittlerweile weltberühmte Oktopus, der in einem Aquarium in Oberhausen lebt, hat die deutsche Niederlage gegen Spanien vorausgesagt. Wie schon bei den Spielen zuvor, stürzte er sich mit traumwandlerischer Sicherheit (wie Sportreporter sagen würden) auf die Muscheln des Siegers. Das Orakel läuft nämlich so ab: Dem Kraken wird ein feines Fresschen vorgesetzt, das sich in zwei fahnendekorierten Behältern befindet. Die Mannschaft gewinnt dann, für deren Muscheln sich Paul entscheidet.

Und bei dieser WM hatte sich Paul noch nie geirrt. Das ist statistisch doch recht unwahrscheinlich - das behaupten zumindest Menschen, die sich noch an die Details der Wahrscheinlichkeitsrechnung erinnern können. Kraken sollen ja sehr intelligent sein, die intelligentesten Weichtiere, wobei das vielleicht im Vergleich zu Schnecken auch keine so große Kunst ist.

Der tippsichere Tintenfisch hatte die Fans jedenfalls mehr verunsichert als die Frage, wer denn nun Thomas Müller ersetzen soll. Noch kurz vor Anpfiff bemühten sich die Medien, das ganze abzuwiegeln und gaben beruhigende Meldungen heraus: Paul hätte sich ja schon mal geirrt, bei der Europameisterschaft 2008! Dann gab es einen Forscher, der sagte, Paul rieche nicht das Ergebnis, sondern nur die Muscheln und würde sich dann ganz allein von seinen momentanen Geschmackspräferenzen leiten lassen. Ach was!

Nach dem Spiel gibt es für die Fans nur eins: Rache. Auf Facebook und Twitter werden die besten Calamares-Rezepte ausgetauscht, sofort nach Abpfiff twitterte @extra3 "Tintenfisch anyone?". Andere wollen Paul nach Spanien abschieben (Paella!) oder im Golf von Mexiko aussetzen (bisschen ölig vielleicht). Opfer werden natürlich auch gebracht: "Zwanzig Jahre vegetarisch gelebt, heute kommt Tintenfisch auf den Tisch", twittert @ohrenblicke. Armer Paul! Sogar mit der Hoyzer-Mafia soll er unter einer Decke stecken, wird gemutmaßt.

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