Nach 2:3-Niederlage : Uruguay jubelt trotzdem

Zehntausende Menschen feiern in Uruguays Hauptstadt Montevideo die Leistung ihres Teams bei der WM. In den Niederlanden wurde ebenfalls ausgiebig gefeiert, dort mussten einige Randalierer festgenommen werden.

In Montevideo wird gefeiert.
In Montevideo wird gefeiert.Foto: AFP

Trotz der 2:3-Niederlage gegen die Niederlande haben zehntausende Menschen in Uruguays Hauptstadt Montevideo und an vielen anderen Orten die Leistung ihrer Mannschaft gefeiert. „Stolz, ich empfinde Stolz. Dass wir als so kleines Land so weit gekommen sind. Mit anständigem Fußball und ohne große Namen. Moralisch sind wir schon Weltmeister“, meinte ein Fan der „Charrúas“ nach dem Spiel in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires. Präsident José Mujica schlug am Dienstag in die selbe Kerbe: „Wir haben verloren, aber in Würde“. Die Mannschaft habe aber vor allem eines gezeigt: Dass mit Geduld und Anstrengung viel zu erreichen sei.

In Montevideo war die Stimmung mindestens so gut wie schon bei den vorangegangenen Siegen der Nationalelf. Tausende Menschen feierten auf Straßen und Plätzen und riefen immer wieder „Ich bin hellblau, ich bin hellblau“ - wie die Nationalfarben. „Bewegt“ zeigten sich viele Menschen und bekräftigten: „Holland war nicht besser“ und „Uruguay hat das Spiel zeitweise dominiert“. Die Zeitung „El Pais“ schrieb: „Wir haben gegen eine bessere Mannschaft verloren, aber erhobenen Hauptes“.

Es war das erste Mal seit 1970, dass das kleine südamerikanische Land mit nur 3,5 Millionen Einwohnern das Halbfinale einer WM- Endrunde erreichte. Die beiden Weltmeistertitel 1930 und 1950 der „Urus“ liegen schon fast ein Menschenleben zurück.
Der populäre Präsident hatte sich das Halbfinal-Spiel in einem Sportzentrum zusammen mit 1500 Kindern und Jugendlichen in Montevideo angesehen. In der Menge waren auch ehemalige Fußballer sowie Minister und enge Mitarbeiter des Staatschefs. Tourismusminister Héctor Lescano kündigte an, die Nationalelf werde nach ihrer Rückkehr kommenden Montag auf der Freitreppe vor dem Parlament in Montevideo empfangen. Sie ist normalerweise offiziellen Staatsakten vorbehalten.

Festnahmen in Den Haag

Am Rande ausgelassener Jubelfeiern nach dem Einzug der Oranje-Elf ins Finale der Fußball-Weltmeisterschaft haben Randalierer in den Niederlanden Polizisten angegriffen. In Den Haag seien in der Nacht zum Mittwoch 18 Unruhestifter festgenommen worden, teilte ein Polizeisprecher mit. Sie hätten Einsatzkräfte auf Pferden, die Krawalle unterbinden wollten, mit Feuerwerkskörpern und Steinen angegriffen. Außerdem wurden Müllcontainer in Brand gesetzt. Die Festgenommenen werden nun wegen Gewaltanwendung und Störung der öffentlichen Ordnung strafrechtlich verfolgt.

Insgesamt erlebten Millionen Niederländer jedoch eine fröhliche und friedliche Partynacht. Aus Freude über den 3:2-Sieg des WM-Teams gegen Uruguay sprangen Menschen in Grachten oder kletterten mit Champagnerflaschen auf Laternenpfähle. Die größte Feier gab es in Amsterdam, wo rund 80 000 Oranje-Anhänger auf der Fanmeile vor dem Reichsmuseum den Sieg der Elftal von Nationaltrainer Bert van Marwijk mit „Viva, Hollandia“-Rufen bejubelten. Hunderttausende Menschen zogen später durch die Zentren der Städte. Mehr als elf Millionen Niederländer verfolgten das Halbfinalspiel nach Schätzungen im Fernsehen - rund 70 Prozent der Bevölkerung. (dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben