Nationaltrainer : Ende einer Witzfigur

Nach zehn Monaten im Amt ist Sven-Göran Eriksson als Trainer der mexikanischen Nationalmannschaft schon wieder Geschichte. Der Verband entließ ihn nach der 1:3-Niederlage am Mittwoch in der WM-Qualifikation in Honduras.

Tobias Käufer

Bogota Bereits die erste Qualifikationsrunde hatte Mexiko nur aufgrund der besseren Tordifferenz gegenüber Jamaika überstanden. Mexiko liegt nach nur vier Siegen in neun Spielen auf Platz vier von sechs Teams. Nur die ersten drei Mannschaften qualifizieren sich direkt für Südafrika, der Viertplatzierte muss in die Play-offs gegen den Fünften der Südamerika-Runde.

Mit Erikssons Demission endete ein rund vier Millionen Euro teures Missverständnis, denn wirklich angekommen war der Schwede in Mexiko nie. Als seine Verpflichtung im Sommer 2008 im Raum stand, schlug dem ehemaligen Coach der englischen Nationalelf bereits große Ablehnung entgegen. „Ein mexikanischer Trainer kennt den Fußball in diesem Land viel besser. Er weiß um unsere Fähigkeiten und unsere Schwächen“, sagte der Stuttgarter Bundesligaprofi Ricardo Osorio damals. Trotzdem wagte der mexikanische Verband das Experiment, erstmals einen Europäer an der Spitze des Nationalheiligtums zu installieren. Doch Eriksson hatte nie eine Chance: Genüsslich präsentierte das mexikanische Fernsehen, wie er mit Hilfe von Mannschaftsaufstellungen versuchte, bei Provinzduellen die ihm unbekannten Profis zu identifizieren. Auch in Comedy-Sendungen machte man sich gerne über ihn lustig. Insofern dürfte Eriksson erleichtert sein, dass nun alles vorbei ist. Am Freitag gab der Verband dann bereits die Verpflichtung von Javier Aguirre bekannt. Der 50 Jahre alte Mexikaner, der die Nationalelf schon 2002 zur WM in Japan und Südkorea geführt hatte, war im Februar bei Atletico Madrid entlassen worden.

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