Perfektes WM-Turnier : Fifa lobt Südafrika

Noch ist das große Finale zwei Wochen entfernt, aber FIFA und Südafrikas Organisatoren zünden schon ein verbales Abschluss-Feuerwerk. „Wir erleben eine großartige WM, die unsere Erwartungen übertroffen hat", sagte FIFA-Generalsekretär Jêrome Valcke.

Danny Jordaan (l.) und Jêrome Valcke sind zufrieden mit der WM.
Danny Jordaan (l.) und Jêrome Valcke sind zufrieden mit der WM.Foto: dpa

"Wenn wir am 11. Juli auf dem gleichen Stand sind, war es eine perfekte WM“, so Valcke bei einer ersten Bilanz-Pressekonferenz am Samstag in Johannesburg. Auch OK-Chef Danny Jordaan zog nach Abschluss der Gruppenspiele der ersten Fußball-WM in Afrika ein geradezu überschwängliches Fazit. „50 Prozent des Turniers sind vorbei und wir haben 100 Prozent erreicht“, sagte er.

Anfängliche Probleme beim Transport und Ticketing räumte Valcke ein. Nun habe man aber alles im Griff. „An den ersten Tagen haben unsere Besprechungen eine Stunde gedauert, heute dauern sie eine Minute“, sagte der Franzose. Im Namen des bislang zum afrikanischen Premierenturnier schweigenden FIFA-Präsidenten Joseph Blatter sagte der Generalsekretär: „Er ist sehr entspannt. Die WM läuft sehr gut.“ Nach der lange währenden Kritik im Vorfeld und Spekulationen über einen Turnierentzug brachte Valcke Südafrika wohl mehr im Scherz als künftigen Turnier-Notnagel ins Spiel: „Vielleicht muss Südafrika einmal als Plan B für andere WM-Ausrichter herhalten.“ Viele ungenutzte Tickets und dadurch leere Plätze in den Stadien bedauern die Organisatoren. Aber: „Wir liegen auch beim Ticketverkauf über unseren Erwartungen. Freie Sitze gibt es bei jeder WM“, sagte Valcke. 97 Prozent verkaufte Tickets hatte die WM-Macher vor dem Start stolz verkündet. Im Turnierverlauf stellte sich aber heraus, dass viele Karten verkauft aber nicht genutzt wurden.

Noch keine Antwort haben die WM-Macher auf die Konsequenzen des Ordner-Desasters. Auf den Zusatzkosten durch die Übernahme der Sicherheitsaufgaben durch die staatliche Polizei mitten im Turnier könnten auch die südafrikanischen Steuerzahler sitzen bleiben. „Die Finanzabteilung der Polizei und unsere Finanzabteilung müssen dieses Thema erörtern“, sagte Jordaan. Den Kostenpunkt der ungeplanten Mammut-Aktion nannte er nicht. Im Mittelpunkt soll für FIFA und OK der Fußball stehen. Sportlich sieht der Franzose Valcke die WM aber nicht auf dem höchsten Niveau.

„Wir haben keinen großartigen Fußball gesehen, aber guten Fußball“, sagte er. Der Trend der neuen Weltordnung mit einem schwächeren Europa und aufstrebenden Fußball-Nationen in Asien und Südamerika kommt der FIFA nicht ungelegen. „Der Fußball hat sich überall entwickelt. Das ist etwas, was wir begrüßen“, sagte Valcke. Das schlechte Abschneiden der afrikanischen Teams wurde bedauert. „Afrika muss sich auf 2014 konzentrieren“, forderte Jordaan.

Die Kritik an den Schiedsrichter-Leistungen hat derweil auch den Weltverband erreicht. „Es gab Entscheidungen, die keine guten Entscheidungen waren“, sagte Valcke. Man werde nach der WM die Schiedsrichter-Thematik beraten, kündigte der Generalsekretär an.
Dabei könne es aber nicht um die Einführung des Video-Beweises gehen. Das Experiment mit zwei zusätzlichen Referee-Assistenten hinter den Toren müsse weiter verfolgt werden. Valcke schloss nicht aus, dass bei der nächsten WM in vier Jahren in Brasilien „mehr Augen den Schiedsrichter unterstützen“.

Auch der von vielen kritisierte WM-Ball Jabulani muss sich einer nachträglichen Beurteilung unterziehen. Bei einem Workshop der WM- Trainer und Kapitäne nach dem Turnier werde über das Thema gesprochen werden, kündigte Valcke an. „Wir sind nicht taub. Die FIFA ist nicht unempfänglich für Kritik am Ball. Es gibt Regeln für Größe und Gewicht. Aber der Ball muss perfekt sein“, sagte Valcke. (dpa)

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